Google verabschiedet sich vom günstigen Chromebook und bringt mit dem Googlebook eine neue Laptop-Klasse: hochwertige Geräte, Android-Apps, Gemini im ganzen System und zehn Jahre Updates. Am 5. Oktober geht es in Deutschland los, ab 1.199 Euro. Wir haben geprüft, was die Geräte können und für wen der Umstieg im Büro sinnvoll ist.
Chromebooks waren bisher vor allem günstige Geräte für Schule und Browser. Das Googlebook ist das Gegenteil: Premiumgehäuse aus Aluminium, Magnesium oder Carbon, Touchscreens mit bis zu 2,8K-Auflösung, Prozessoren von Intel oder Qualcomm und Googlebook OS, ein neues System, das die Fensterarbeit von ChromeOS mit Android verbindet. Vorbestellen lässt es sich seit dem 21. September, im Handel steht es ab dem 5. Oktober.
In Deutschland starten vier Geräte: das HP Googlebook 14 für 1.199 Euro, das Acer Googlebook 14 ab 1.249 Euro im Handel, das Lenovo Googlebook 15 für 1.379 Euro und das Asus Googlebook 14 ab 1.399 Euro. Acer selbst nennt für Europa ein zeitlich begrenztes Einführungsangebot ab 1.199 Euro. Alle vier haben 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB Speicher. In den USA kommt zusätzlich ein Modell von Dell, dort beginnen die Preise bei 899 Dollar.
Das Versprechen dahinter: Das Android-Handy und der Laptop sollen zusammenarbeiten. Einstellungen, Passwörter, WLAN und Nachrichten werden abgeglichen, Aufgaben lassen sich vom Handy am Laptop fortsetzen, und Handy-Apps lassen sich auf dem Laptop nutzen, ohne sie dort zu installieren. Dazu kommen laut Google über 20.000 Apps, die für Tastatur, Maus und Touchscreen angepasst sind.
Die KI steckt tief im System. Mit Magic Pointer ruft eine Wackelbewegung mit dem Mauszeiger Gemini zu dem auf, was gerade auf dem Bildschirm zu sehen ist. Rambler verwandelt frei gesprochene Gedanken in geordneten Text. Mit „Create My Widget“ baust du dir per Anweisung eigene Kacheln für den Startbildschirm, und im Chrome-Browser sitzt Gemini in einer Seitenleiste. Dateien bekommen automatisch erzeugte Beschreibungen, damit die Suche sie besser findet.
Zum Kauf gehören zwölf Monate Google AI Pro mit 5 TB Cloudspeicher, danach wird das Abo kostenpflichtig. Google verspricht zehn Jahre automatische Updates mit neuen Funktionen im Quartalstakt, abgesichert durch Googles Titan-Sicherheitschip. Für Technikaffine gibt es eine abgeschottete Linux-Umgebung, in der auch Werkzeuge wie Claude Code und Codex laufen.
Keine der Ankündigungen sagt klar, welche Gemini-Funktionen zum Start in Deutschland und auf Deutsch verfügbar sind. Acer spricht von regionalen Unterschieden. Nach den Erfahrungen mit Apples Siri AI, die in Deutschland bis heute fehlt, gilt: Kaufe nicht auf Basis der KI-Funktionen aus dem Werbevideo, sondern schau nach dem Start nach, was auf dem deutschen Gerät tatsächlich freigeschaltet ist.
Gut passen dürfte das Googlebook für Betriebe, die ohnehin im Browser und mit Google Workspace arbeiten, also Mail, Kalender, Dokumente und Tabellen bei Google haben, und deren Mitarbeiter Android-Handys nutzen. Dort spielt die Verzahnung von Handy und Laptop ihre Stärke aus. Die zehn Jahre Updates sind für den Einkauf ein echtes Argument, denn viele Büro-Laptops werden nach wenigen Jahren nicht mehr versorgt.
Vorsicht ist geboten, wenn bei euch Programme laufen, die es nur für Windows gibt, etwa Branchensoftware, Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Kassensysteme. Android-Apps und Browser ersetzen das nicht automatisch. Prüfe vor dem Kauf jedes Programm, das euer Team täglich nutzt.
Dann die Frage nach den Daten: Wenn Gemini auf alles zugreifen kann, was auf dem Bildschirm steht, landen auch Kundendaten in der KI. Für private Google-Konten gelten andere Regeln als für Firmenkonten in Workspace. Kläre, mit welchem Konto die Geräte laufen und was eure Datenschutzbetreuung dazu sagt, bevor Magic Pointer über einer Kundenakte eingesetzt wird.
Und schließlich der Preis. Mit 1.199 bis 1.399 Euro ist das Googlebook kein Einsteigergerät mehr, sondern ein Premium-Laptop, und muss sich an entsprechend ausgestatteten Geräten messen lassen. Das inklusive KI-Abo ist ein Jahr lang ein Bonus, danach ein laufender Kostenpunkt, der für jeden Mitarbeiter anfällt, der die Funktionen weiter nutzen will.
Googlebook OS ist ein neues System. Auch wenn es auf ChromeOS und Android aufbaut, dürfte es in den ersten Monaten Kinderkrankheiten geben, und manche Apps dürften sich auf dem großen Bildschirm noch nicht richtig verhalten. Wer nicht muss, kauft für das ganze Team nicht in der ersten Woche, sondern testet zuerst mit einem Gerät.
Schreib die fünf Programme auf, die euer Team jeden Tag benutzt, und prüfe für jedes: Gibt es das im Browser, als Android-App oder gar nicht außerhalb von Windows? Wenn alle fünf im Browser oder als App laufen, lohnt sich ein Testgerät. Wenn eines nur unter Windows läuft, ist das Googlebook für diesen Arbeitsplatz raus, egal wie gut die KI ist.
Das Googlebook ist Googles ehrlichster Versuch, KI nicht als App, sondern als Teil des Rechners zu verkaufen. Für Betriebe, die schon bei Google zu Hause sind, kann das ein schöner Schritt sein, vor allem wegen der langen Update-Zusage.
Ich würde trotzdem nicht auf das Werbevideo hin kaufen. Erst schauen, was in Deutschland wirklich freigeschaltet ist, dann mit einem Gerät testen, dann entscheiden. Und die wichtigste Frage stellt sich unabhängig vom Laptop: Welche Daten soll die KI bei euch überhaupt sehen?
Quellen: Acer, Pressemitteilung vom 21.09.2026 (Acer Googlebook 14, Einführungsangebot in Europa ab 1.199 Euro, Oktober 2026, regionale Unterschiede); 9to5Google (Googlebook OS, Start 5. Oktober in Deutschland, Gemini-Funktionen, zehn Jahre Updates, Titan-Chip, Linux-Umgebung, US-Modelle und -Preise); all-ai.de und connect (deutsche Modelle und Preise, 16 GB/512 GB, Google AI Pro inklusive). Foto: Acer. Stand: 22.09.2026.
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