Gestern ging die Abschaltung von GPT-5.5 durch die Meldungen, jetzt kündigt OpenAI die nächsten Modelle an: Bildmodelle, GPT-4o, GPT-4.1, Audio und Transkription. Hier steht jeder Termin mit Quelle, wer betroffen ist und was du in dieser Woche prüfen kannst.
Einzeln klingt jede Abschaltung nach einer Sache für Entwickler. Zusammen sind es sechs Stichtage zwischen dem 14. Oktober 2026 und dem 26. Februar 2027. Wer irgendwo einen Modellnamen eingetragen hat, in einem Chatbot, einer Automatisierung, einem Bildskript oder einem Sprachassistenten, sollte die Termine kennen. Wir gehen sie der Reihe nach durch und zeigen, was wir bei uns selbst gefunden haben.
Grundlage ist eine Mail von OpenAI vom 14. Oktober 2026 mit dem Titel „Plan your transition from GPT-4 series to newer OpenAI models“ und die Deprecations-Seite der Programmierschnittstelle. Als erster Termin fällt der 23. Oktober 2026 an: Dann endet gpt-image-1, als Ersatz nennt OpenAI gpt-image-2.5-sunburst oder gpt-image-2.5-flare. Am selben Tag enden laut Seite auch die Version gpt-4o-2024-05-13 und gpt-4.1-nano. Weitere Bildmodelle (gpt-image-1-mini, gpt-image-1.5 und chatgpt-image-latest) folgen am 1. Dezember 2026.
Der große Block kommt im Januar: GPT-4o, GPT-4o mini, GPT-4.1 und GPT-4.1 mini enden am 14. Januar 2027, laut OpenAI auch die darauf aufbauenden feinabgestimmten Modelle. Ersatz laut OpenAI ist gpt-6-luna. Die Audio- und Realtime-Varianten von GPT-4o enden am 20. Januar 2027 (Ersatz gpt-audio-1.5 und gpt-realtime-2.1), die Transkriptionsmodelle am 26. Februar 2027 (Ersatz gpt-transcribe oder gpt-live-transcribe).
Das passt zu dem, was wir gestern beim Ende von GPT-5.5 in ChatGPT beschrieben haben: Namen verschwinden schneller, als Abläufe gepflegt werden. Mit dem 14. Oktober zusammen sind es sechs Stichtage in gut vier Monaten. Das ist unsere Zählung aus den genannten Terminen, kein Wert von OpenAI.
Die Tabellen von OpenAI listen Versionen mit Datum, etwa gpt-4o-2024-08-06. Ob auch der kurze Name „gpt-4o“ ohne Datum am 14. Januar endet, steht dort nicht ausdrücklich. Wir behandeln ihn vorsichtig wie einen betroffenen Namen. Die Ersatznamen haben wir aus der Doku übernommen und nicht selbst getestet.
Die Mail richtet sich an Konten der Programmierschnittstelle. Dort wählt man das Modell mit Namen aus, und wer den Namen nicht ändert, bekommt am Stichtag Fehlermeldungen statt Antworten. Das trifft jeden, der ein Werkzeug mit eigenem OpenAI-Schlüssel betreibt: eine Automatisierung in Make, Zapier oder n8n, einen Chatbot auf der Website, einen Sprachassistenten am Telefon oder ein Skript für Bilder und Texte.
Wer ein fertiges Werkzeug eines Dienstleisters nutzt, muss selbst nichts umstellen, aber der Anbieter muss es tun. Hier hilft eine einzige Frage: „Auf welchem Modell läuft das, und wann stellt ihr auf die neuen um?“ Wer darauf keine Antwort bekommt, hat die Information, die er braucht.
Für reine Chat-Nutzer in der ChatGPT-Oberfläche haben wir die Auswirkungen nicht geprüft. Die Mail und die Deprecations-Seite beschreiben die Programmierschnittstelle. Falls du in ChatGPT selbst eigene Agenten, Projekte oder geplante Aufgaben eingerichtet hast, lohnt der Blick in deren Einstellungen trotzdem, wie beim GPT-5.5-Beitrag beschrieben. Das ist unsere Einordnung.
Wir haben die Mail und die Deprecations-Seite gelesen. Welche Modelle in der ChatGPT-Oberfläche wann verschwinden, haben wir für diese Termine nicht geprüft und machen dazu keine Aussage.
Wir haben unsere eigenen Werkzeuge geprüft, bevor wir darüber schreiben. Unser Bildskript nutzt längst gpt-image-2 und ist vom 23. Oktober nicht betroffen, nur ein Kommentar im Kopf der Datei erwähnt noch das alte Modell. Betroffen sind zwei Stellen, beide spät: eine Gegenprüfung der Sprachaufnahmen in unseren Reel-Skripten und ein internes Notiz-Werkzeug mit Spracherkennung. Beide nutzen ein Transkriptionsmodell, das am 26. Februar 2027 endet. Wir ziehen sie im Dezember um, mit Test, und tragen den Termin in den Kalender ein.
Auf dem Server und in den Skripten, die wir durchsucht haben, gab es keine weiteren Treffer.
Nicht geprüft haben wir bisher die Umgebungsvariablen unserer Docker-Dienste, einen Sprachassistenten, ein Bildwerkzeug mit eigenem Schlüssel und unsere n8n-Abläufe. Das schreiben wir hier bewusst auf: Ein Check ist erst fertig, wenn man weiß, was er nicht abdeckt. Die Suche nach dem Modellnamen im Quelltext findet außerdem keine Namen, die in Oberflächen von Fremdwerkzeugen eingetragen sind.
Unsere Suche deckt Skripte und Konfigurationsdateien auf unseren eigenen Servern ab. Abläufe in Fremdwerkzeugen mit eigener Oberfläche, Umgebungsvariablen in Containern und Dienste mit separatem Schlüssel haben wir noch nicht durchgesehen.
Fünf Schritte reichen. Erstens: Suche überall, wo du Modelle auswählst, nach „gpt-4“, „gpt-image-1“ und „transcribe“. Zweitens: Frag jeden Dienstleister, auf welchem Modell sein Werkzeug läuft. Drittens: Trag die sechs Stichtage in den Kalender ein, jeweils mit Vorlauf von vier Wochen. Viertens: Teste das Ersatzmodell mit deinen echten Aufgaben, bevor du umstellst, denn neue Modelle antworten anders. Fünftens: Halte den Modellnamen in jedem Ablauf an einer einzigen Stelle, damit der nächste Wechsel eine Minute dauert.
Modelle sind kein Fundament, sondern Verbrauchsmaterial mit Verfallsdatum. Wer das einplant, wird nicht überrascht.
Für deinen Betrieb heißt das: Termine kennen, Modellnamen finden, Anbieter fragen und das Ersatzmodell früh testen.
Quellen: OpenAI-Mail „Plan your transition from GPT-4 series to newer OpenAI models“ vom 14. Oktober 2026 und die Deprecations-Seite der OpenAI-Programmierschnittstelle, gelesen am 14. Oktober 2026. Die Zählung der Stichtage, die Einordnung und die Checkliste sind unsere eigene Meinung. Die Ersatzmodelle haben wir nicht selbst getestet. Stand: 15.10.2026.
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