Zwei Einstellungen in deinen Suchkampagnen wechseln ab September automatisch auf AI Max. Für die Dynamic Search Ads hat Google den Termin inzwischen auf Februar 2027 verschoben, das steht allerdings nur in einer Aktualisierung der ursprünglichen Ankündigung. Was wirklich im Zeitplan steht und welche vier Schalter du vorher prüfen musst.
Es gibt eine Sorte Änderung, die niemand beantragt und trotzdem alle bekommen. Google schaltet Suchkampagnen mit älteren Einstellungen auf AI Max um, das Werkzeugpaket, das Suchbegriffe, Anzeigentexte und Zielseiten selbst wählt. Für einen Betrieb mit laufenden Kampagnen heißt das: Wer nichts tut, bekommt trotzdem etwas Neues. Und der Zeitplan, der überall zitiert wird, stimmt so nicht mehr.
Betroffen sind drei Altlasten in Suchkampagnen: Dynamic Search Ads, also Anzeigen, die Google aus deiner Website selbst zusammenbaut, automatisch erstellte Assets und die Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene. Die ursprüngliche Ankündigung vom 15. April nannte für alle drei den September. In der Aktualisierung vom 11. Juni steht ein anderer Zeitplan: Automatisch umgestellt werden im September nur die erstellten Assets und die Broad-Match-Einstellung. Die Dynamic Search Ads folgen erst im Februar 2027.
Unverändert bleibt dagegen der zweite Teil: Neue DSA-Kampagnen lassen sich ab September nicht mehr anlegen, weder in der Oberfläche noch im Editor noch über die Schnittstelle. Bestehende laufen weiter, neue gibt es nicht. Wer also im Herbst eine neue Kampagne dieses Typs bauen wollte, muss umplanen, auch wenn die Zwangsumstellung der bestehenden noch Monate entfernt ist.
Google liefert Umstellungswerkzeuge mit. Sie übertragen historische Einstellungen und Daten in normale Anzeigengruppen, erhalten die bisherigen URL-Steuerungen und richten die Kampagne so ein, dass sie den alten Aufbau spiegelt. Bei den erstellten Assets und der Broad-Match-Einstellung erscheinen stattdessen Hinweisbanner in der Oberfläche. Eine ausdrückliche Möglichkeit, dauerhaft zu widersprechen, nennt die Ankündigung nicht. Was sie nennt, ist der Weg, freiwillig vorher umzustellen und dabei die Kontrolle über den Aufbau zu behalten.
Google nennt durchschnittlich 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS. Der Vergleich läuft aber nicht gegen deine heutige Kampagne, sondern zwischen zwei AI-Max-Varianten: voller Funktionsumfang mit Suchbegriff-Zuordnung, Textanpassung und Ziel-URL-Erweiterung gegen Suchbegriff-Zuordnung allein. Die Zahl sagt also, dass mehr Automatik besser ist als wenig Automatik, nicht, dass die Umstellung dir 7 Prozent bringt. Und sie ist Googles eigene Messung, ohne Angabe von Stichprobe, Zeitraum oder Branche.
Die Umstellung selbst ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass drei Funktionen dazukommen, die vorher niemand aktiviert hat und die tief eingreifen. Die Ziel-URL-Erweiterung darf Besucher auf beliebige Unterseiten deiner Website schicken, nicht nur auf die, die du hinterlegt hast. Die Textanpassung darf deine Anzeigentexte umschreiben. Die erweiterte Suchbegriff-Zuordnung darf Suchanfragen bedienen, die du nie eingebucht hast. Jede einzelne kann helfen. Keine davon sollte unbemerkt anlaufen.
Deshalb vier Dinge vor der Umstellung, und zwar in dieser Reihenfolge. Erstens: Berichte sichern. Exportiere die Leistungsdaten der letzten drei Monate, sonst hast du später keine Vergleichsbasis und diskutierst über Gefühle. Zweitens: Ausschlüsse prüfen. Negative Suchbegriffe, ausgeschlossene Zielgruppen, gesperrte Unterseiten. Was du nicht ausschließt, kann jetzt bedient werden. Drittens: Markenbegriffe klären, damit dein eigener Name nicht plötzlich teuer wird. Viertens: Zielseiten anschauen. Wenn die Ziel-URL-Erweiterung greift, landen Leute auf Seiten, die nie für Werbung gedacht waren. Impressum und Datenschutz gehören nicht dazu, dein alter Blogbeitrag von 2023 auch nicht.
Setz dir Anfang Oktober eine Erinnerung, nicht Anfang September. Dann ist die Umstellung durch und du siehst in den Berichten, was sich tatsächlich geändert hat: Kosten je Anfrage, welche Suchbegriffe neu dazugekommen sind, auf welchen Seiten die Leute landen. Wer im September hinschaut, sieht ein halb umgestelltes System und zieht falsche Schlüsse. Wer gar nicht hinschaut, merkt es an der Rechnung.
Die Umstellung kommt von allein. Die Ausschlüsse musst du selbst setzen.
Dass Google den Termin für die Dynamic Search Ads um fünf Monate verschoben hat, ist die eigentlich nützliche Information in dieser Ankündigung, und sie steht in einer nachträglichen Zeile. Wer sich auf die Schlagzeile vom April verlassen hat, plant für den falschen Monat. Das ist ein guter Anlass, sich anzugewöhnen, bei Ankündigungen dieser Größe auf das Datum der letzten Änderung zu schauen, nicht nur auf das der Veröffentlichung.
An der Richtung ändert die Verschiebung nichts. Google baut die manuellen Schalter ab und ersetzt sie durch ein System, das selbst entscheidet, mit weniger Einsicht für dich. Man kann das gut finden oder nicht, aufhalten wird es niemand. Was du beeinflussen kannst, ist der Rahmen: Was darf die Automatik, was nicht, und woran merkst du, wenn sie etwas tut, das du nicht willst. Diese drei Antworten solltest du im Oktober schriftlich haben.
Quelle: Google, „Google's Dynamic Search Ads are upgrading to AI Max" (blog.google, veröffentlicht 15.04.2026, aktualisiert 11.06.2026). Der verschobene Termin für Dynamic Search Ads steht in der Aktualisierung, nicht im ursprünglichen Text. Alle Leistungswerte sind Googles eigene Angaben. Stand: 04.09.2026.
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