Armature hat 16.893 Sitzungen mit Claude Code, Codex und Cursor laufen lassen, um zu sehen, welche Anbieter die Agenten einbauen, wenn es ihnen keiner sagt. Sie sind sich nur in 42 Prozent der Fälle einig, und erwähnt werden ist etwas völlig anderes als gewählt werden. Was das für deine Preisseite heißt, wenn Maschinen einkaufen.
Wenn ein Coding-Agent eine Anwendung baut, braucht er irgendwann einen Zahlungsdienst, einen Mailversand, eine Datenbank. Früher hat das ein Entwickler entschieden, nach Gewohnheit, Empfehlung oder Bauchgefühl. Jetzt entscheidet in vielen Fällen der Agent, und zwar in Sekunden, ohne Messe, ohne Vertriebsanruf, ohne Rabattgespräch. Armature wollte wissen, wie er das tut, und hat es in einer Größenordnung gemessen, die man ernst nehmen muss.
Der Aufbau: 16.893 Sitzungen, davon 5.292 gültig gewertet, in 75 Repositories über zehn Programmiersprachen, mit 1.163 Aufgabenvarianten und vier Nutzertypen vom Hobby-Coder bis zum Konzern-Entwickler. Die drei Agenten sollten Funktionen einbauen, für die man einen Drittanbieter braucht. Ergebnis: In nur 42 Prozent der Fälle wählten sie denselben Anbieter. Bei Zahlungen ist es klar, Stripe gewinnt 90 Prozent. Beim Mailversand hängt es an der Sprache: In TypeScript gewinnt Resend, in Python SendGrid, in Go Postmark, in Java Azure. Vercel gewinnt in Next.js-Projekten zu 100 Prozent und taucht in Python nie auf.
Die Zahl, die mich am meisten interessiert, ist eine andere: LangChain wird 194-mal erwähnt und 4-mal gewählt. PayPal 139-mal erwähnt, null Mal gewählt, und in denselben Sitzungen gewann Stripe 124-mal. Der Agent kennt dich, nennt dich, und nimmt dann den anderen. Warum? Mailgun flog raus, weil der Agent in der Doku „1 Tag Aufbewahrung" im Gratis-Tarif las. Supabase verlor, weil es Auth, Speicher und Echtzeit mit der Datenbank bündelt, und der Agent nur eine Datenbank wollte. Und die Agenten suchen unterschiedlich: Codex geht in 94 Prozent der Sitzungen ins Netz, Cursor in rund 67, Claude Code in etwa 30 Prozent und baut in 19 Prozent lieber selbst, statt einen Anbieter zu nehmen.
Armature ist kein neutrales Institut, sondern eine Firma, die davon lebt, dass Anbieter sich um Sichtbarkeit bei Agenten sorgen. Die Rohdaten sind veröffentlicht, das spricht für sie, aber die Auswahl der Aufgaben ist ihre. Gemessen wurden nur Coding-Agenten und nur Entwicklerwerkzeuge. Ob ein Agent, der für einen Betrieb einen Steuerberater oder eine Druckerei aussucht, genauso vorgeht, ist nicht belegt. Plausibel ist es, weil derselbe Mechanismus greift: Er liest, was da steht.
Wenn du an andere Betriebe verkaufst, ist die Studie eine Anleitung. Der Agent liest keine Imagebroschüre, er liest die Seite, auf der steht, was es kostet, was drin ist und wo die Grenzen sind. Fehlt die Zahl, nimmt er den, bei dem sie steht. Steht da eine Einschränkung, die er nicht mag, ist es vorbei, ohne dass ein Mensch dich je gesehen hat. Bündelst du Dinge, die er nicht braucht, wirkst du teurer als der schmalere Anbieter. Und weil die Agenten unterschiedlich suchen, reicht es nicht, an einer Stelle gut zu stehen: Der eine googelt, der andere schaut nur, was im Projekt schon drin ist.
Wenn du mit Agenten einkaufst, dreht sich das um: Die Wahl des Agenten ist nicht neutral. Sie hängt an der Sprache deines Projekts, an dem, was schon installiert ist, und an der Suchgewohnheit des Werkzeugs. Ein Agent, der lieber selbst baut, erspart dir vielleicht einen Anbieter, hängt dir aber Code an den Hals, den keiner wartet. Frag ihn deshalb, warum er gewählt hat, und lass dir die Alternative nennen. Das ist dasselbe, was du bei einem neuen Einkäufer auch tun würdest. Nur dass dieser hier in drei Sekunden entscheidet und nie müde wird.
Gib einem Agenten deiner Wahl deine Preisseite und die deines stärksten Wettbewerbers und stell eine Aufgabe, für die ein Kunde euch beide in Betracht ziehen würde. Lies, welchen er wählt und mit welcher Begründung. Wenn er dich nicht nimmt, steht der Grund in seinem Text, nicht in deinem Produkt. Das ist der billigste Vertriebstest, den du je gemacht hast, und er wird jede Woche wichtiger.
Gewählt wird, wer schwarz auf weiß sagt, was es kostet und wo die Grenze ist.
Zwanzig Jahre lang ging es im Marketing darum, gefunden zu werden. Die Studie zeigt, dass das nicht mehr reicht: PayPal wird gefunden, 139-mal, und nicht gewählt. Der Agent hat es gesehen und sich anders entschieden, weil an einer Stelle etwas stand oder fehlte, das für ihn den Ausschlag gab. Das ist eine neue Disziplin, und sie ist unromantisch. Keine Story, kein Bild, keine Marke im klassischen Sinn. Eine Seite, auf der die Fakten so stehen, dass eine Maschine sie lesen und vergleichen kann.
Ich nehme mir das selbst zu Herzen. Meine Preisseite wird diese Woche daraufhin gelesen, ob ein Agent sie versteht und ob er mich am Ende nimmt. Wenn nicht, ist das keine Frage des Designs. Dann fehlt eine Zahl, oder da steht etwas, das ihn abschreckt. Das gilt für jeden Betrieb, der an andere verkauft: Der nächste Einkäufer, der deine Seite liest, ist vielleicht keiner, der Kaffee trinkt.
Quelle: Armature, „Which tools do Claude Code, Codex, and Cursor choose?" (03.09.2026, Rohdaten laut Armature veröffentlicht). Armature ist ein kommerzieller Anbieter im Bereich Agenten-Sichtbarkeit. Stand: 04.09.2026.
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