Rund 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs, bis zu 0,5 Exaflops Rechenleistung, knapp eine Milliarde Euro privat finanziert: In München eröffnen Telekom und NVIDIA eine der größten souveränen KI-Infrastrukturen Europas. Klaus Werner, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland, erklärt im Interview, warum das über den KI-Erfolg des deutschen Mittelstands entscheidet.
„Ich höre in fast jedem Kundengespräch den gleichen Satz: Wir brauchen sichere KI-Rechenleistung, und zwar jetzt", sagt Werner. Die Nachfrage komme aus allen Branchen — Start-ups, Mittelstand, Großindustrie. Unternehmen wollten KI-Modelle entwickeln und betreiben, ohne sensible Daten ins Ausland geben zu müssen. Genau dafür baut die Telekom mit NVIDIA in München eine souveräne Computing-Infrastruktur auf, kombiniert mit einem modernen Software-Stack.
Werner spricht von einem neuen europäischen KI-Ökosystem — dem „Deutschland-Stack" — mit Partnern wie SAP, Siemens, Agile Robots, Quantum Systems, Wandelbots, PhysicsX und Perplexity. Nicht der Wille sei die größte Hürde für Unternehmen, sondern die Komplexität. Deshalb liefere die Telekom Infrastruktur, Software-Stack, Partner-Ökosystem und sicheren Betrieb aus einer Hand — ein Unterschied zu globalen Hyperscalern, so Werner.
Unabhängig bestätigt: Die Industrial AI Cloud in München ist eines der größten privatwirtschaftlich finanzierten KI-Infrastrukturprojekte Europas.
Die neue KI-Fabrik steigert die verfügbare KI-Rechenleistung in Deutschland auf einen Schlag um rund 50 Prozent — dank rund 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs.
Rund 20 Petabyte Speicher stehen zur Verfügung — nach Werners Vergleich etwa das Äquivalent von vier Millionen HD-Filmen.
Die Investition von rund einer Milliarde Euro kommt vollständig aus der Privatwirtschaft — ohne staatliche Förderung, so Werner ausdrücklich.
Die EU-Gigafactory-Initiative plant mindestens 100.000 GPUs pro Land und Standort. Mit ~10.000 GPUs erreicht München bereits rund ein Zehntel dieser Dimension.
Ein Mittelständler kann Produktionsstätten als digitalen 3D-Zwilling virtuell planen, Prototypen entwickeln und Robotik testen — bevor real gebaut wird. Sensible Daten bleiben dabei geschützt in der souveränen Cloud.
Produktionsoptimierung, Qualitätskontrolle, digitale Zwillinge, Predictive Maintenance — Unternehmen müssen laut Werner keine eigene KI-Fachabteilung aufbauen, um diese Wertschöpfung zu erschließen.
Ein Maschinenbauer, ein Automobilzulieferer und ein Softwarehaus können gemeinsam Modelle trainieren, die heute jeder einzeln entwickeln müsste — ohne sensible Daten untereinander auszutauschen.
Bei generativen KI-Modellen liege Europa hinter den USA und China. Die eigentliche Stärke liege in Industriekompetenz und Ingenieurskunst — mit den Anwendungsfällen in Maschinenbau, Fertigung und Logistik.
Das Interview ist ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland über ein Produkt der Telekom selbst — die Einschätzungen zu Marktbedarf und Wettbewerbsvorteil gegenüber Hyperscalern sind entsprechend die Perspektive des Anbieters. Die technischen Eckdaten (GPU-Anzahl, Exaflops, Investitionssumme, Eröffnungsdatum) sind über mehrere unabhängige Quellen bestätigt, die strategische Bewertung bleibt Werners eigene Einordnung.
Vor allem Mut zur Umsetzung sei jetzt gefragt. Den perfekten Moment werde es nicht geben — entscheidend sei, jetzt Pilotprojekte zu starten und interne Kompetenzen aufzubauen.
Diese Geschichte reiht sich nahtlos in ein Muster ein, das wir zuletzt gleich zweimal beschrieben haben: beim Firmennetz als Steuerungsplattform und beim Streit um den deutschen Stromnetzausbau. KI-Erfolg entscheidet sich zunehmend an physischer Infrastruktur — Rechenleistung, Netz, Strom — und nicht mehr allein am eingesetzten Modell.
Bemerkenswert an der Industrial AI Cloud ist der Souveränitätsanspruch: Statt auf US-Hyperscaler zu setzen, positioniert sich die Telekom explizit als europäische Alternative für Unternehmen, die sensible Produktionsdaten nicht ins Ausland geben wollen. Ob dieser Anspruch trägt, hängt am Ende an der Marktannahme durch genau die Mittelständler, die Werner adressiert.
Für uns bei AGREEMENT bleibt die Beobachtung konsistent: Wer über KI-Strategie spricht, kommt an der Infrastrukturfrage nicht mehr vorbei — Rechenzentren, Netze und Energie sind längst Teil der Marketing- und Positionierungsdiskussion, nicht nur der IT-Abteilung.
Quellen: DIGITAL X Magazin — Interview mit Klaus Werner · Deutsche Telekom — AI sovereignty for Germany and Europe · DataCenterDynamics — Deutsche Telekom launches NVIDIA AI factory. Stand: 14.08.2026.
Welches Modell für welche Aufgabe, welche Tools wirklich zählen und wie du richtig promptest — komplett lesbar, kein Download.
Jetzt gratis lesen →Ich helfe dir, KI-Strategie und Content auf eine ehrliche, belastbare Grundlage zu stellen — statt auf Hype. Lass uns reden.