Zwei schlanke unbemannte Flugzeuge kreisen hoch über einer bewaldeten Berglandschaft, verbunden mit magentafarbenen leuchtenden Funkwellen-Kegeln, die den Boden abdecken — Sinnbild für fliegende Mobilfunk-Basisstationen
KI-News · Netzinfrastruktur · 6. August 2026

Das Netz
fliegt jetzt mit.

Zwei unbemannte Flugzeuge, eine durchgehende Funkzelle: Die Telekom hat gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und dem Hersteller Primoco UAV erstmals den nahtlosen Wechselbetrieb fliegender Basisstationen im echten Feldeinsatz getestet — während eines Trailrunning-Events in den tschechischen Brdy-Bergen, ohne dass eine einzige Verbindung abriss.

Lesedauer5 Minuten
KategorieKI-News
TestortBrdy-Berge, Tschechien
Stand6. August 2026
Zwei Flugzeuge, eine durchgehende Funkzelle Wechsel ohne Verbindungsabbruch getestet Bis zu 20 km² Netzabdeckung aus der Luft Gedacht für Krisen, Waldbrände, Großevents Noch Feldversuch, kein Serienbetrieb Zwei Flugzeuge, eine durchgehende Funkzelle Wechsel ohne Verbindungsabbruch getestet Bis zu 20 km² Netzabdeckung aus der Luft Gedacht für Krisen, Waldbrände, Großevents Noch Feldversuch, kein Serienbetrieb

Wenn eine Antenne
zur nächsten fliegt.

Der Clou heißt Wechselbetrieb: Zwei unbemannte Flugzeuge des Typs Primoco One 150 kreisten abwechselnd über dem Testgebiet — während eines tankte und wartete, übernahm das andere nahtlos die Mobilfunkversorgung. Getestet wurde das Ganze nicht im Labor, sondern live beim Trailrunning-Event „Běhej lesy" in den Brdy-Bergen, einem Landschaftsschutzgebiet in Tschechien, mit rund 1.900 Teilnehmenden.

Der CEO von Primoco UAV bringt den Vorteil auf den Punkt: „Der entscheidende Vorteil beim Einsatz von zwei Fluggeräten des Typs Primoco One 150 liegt in der durchgehenden Versorgung rund um die Uhr." Die Smartphones der Teilnehmenden wechselten dabei automatisch zwischen den beiden fliegenden Basisstationen — Telefonate und Datenverbindungen liefen laut Berichten ohne Unterbrechung weiter.

Der Test im Überblick

FluggerätPrimoco One 150
Flughöhe2–3 km
Abdeckungbis 20 km²
Datenratebis 100 Mbit/s
StandardLTE & 5G
PartnerTelekom, T-Mobile CZ, Primoco

Eine Basisstation,
die selbst tankt.

Vier Details, die zeigen, warum dieser Test mehr ist als ein Spielzeug-Drohnenflug:

3,65 m

Kompakte Flugzelle

Das Primoco One 150 ist 3,65 Meter lang, 1,25 Meter hoch und hat eine Spannweite von 4,85 Metern — jedes trägt eine vollständige Mobilfunk-Basisstation an Bord.

📡

Satelliten-Anbindung

Die Flugzeuge waren per Satellit direkt mit dem Mobilfunk-Kernnetz verbunden — ohne zusätzliche Bodenstation. Das macht den Einsatz auch dort möglich, wo keine Infrastruktur mehr steht.

0 Sek.

Nahtloser Handover

Der eigentliche Fortschritt gegenüber früheren Drohnentests: Der Wechsel zwischen den beiden Fluggeräten lief automatisch — Anrufe und Datenverbindungen blieben bestehen.

Std.-Standard

Normale Frequenzen

Die Flugzeuge funken auf regulären LTE- und 5G-Frequenzen. Jedes handelsübliche Smartphone konnte sich ganz normal einbuchen — kein Spezialgerät nötig.

Netz dort,
wo keins mehr steht.

Krisensituationen
Kommunikation zuerst

Nach Waldbränden oder Überschwemmungen fallen Mobilfunkmasten oft als Erstes aus — genau dann, wenn Rettungskräfte am dringendsten Kommunikation brauchen. Fliegende Basisstationen sollen diese Lücke schließen, mit priorisiertem Zugang für Einsatzkräfte.

Großveranstaltungen
Netz für abgelegene Orte

Trailrunning-Events, Festivals oder Sportveranstaltungen in Landschaftsschutzgebieten haben oft schlechte oder gar keine Mobilfunkabdeckung. Eine temporäre Funkzelle aus der Luft lässt sich ohne Bauarbeiten aufstellen und wieder abziehen.

Für Netzbetreiber
Redundanz statt Ausfall

Der eigentliche Fortschritt ist nicht die fliegende Antenne selbst — die gibt es in Ansätzen schon länger. Neu ist der unterbrechungsfreie Wechsel zwischen zwei Geräten, der Dauerbetrieb über den Akku- bzw. Tankzyklus eines einzelnen Fluggeräts hinaus möglich macht.

Für die Debatte
Kein Ersatz, eine Ergänzung

Fliegende Basisstationen ersetzen keine dauerhafte Netzinfrastruktur — sie sind eine mobile Notlösung für Ausnahmesituationen. Ihr Wert liegt genau dort, wo klassischer Mastbau zu langsam, zu teuer oder gar nicht möglich ist.

Ein Test,
kein fertiges Produkt.

Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um einen Feldversuch, keinen kommerziellen Regelbetrieb. Bis fliegende Basisstationen im großen Stil bei echten Krisen oder Events zum Einsatz kommen, sind noch offene Fragen zu klären — von Genehmigungen im Luftraum über Betriebskosten bis zur Frage, wie viele Fluggeräte für einen echten Dauerbetrieb über größere Flächen nötig wären.

Was der Test noch nicht zeigt

Ein einzelner erfolgreicher Feldtest bei einem geplanten Event mit bekannter Teilnehmerzahl ist etwas anderes als ein spontaner Noteinsatz nach einer Katastrophe, unter Zeitdruck und mit unbekannter Netzlast. Ob das System auch unter solchen Bedingungen zuverlässig funktioniert, muss sich erst noch zeigen.

Kleiner Test,
große Wirkung.

Auf den ersten Blick wirkt der Test wie eine Randnotiz — zwei Drohnen über einem Trailrunning-Event in Tschechien. Auf den zweiten Blick zeigt er etwas, das für die Netzresilienz Deutschlands und Europas relevant ist: Mobilfunknetze werden zunehmend redundanter und flexibler gedacht, statt nur auf fest verbaute Masten zu setzen.

Der eigentliche technische Fortschritt ist unspektakulär, aber wichtig: nahtloser Wechsel ohne Verbindungsabbruch. Genau das unterscheidet einen Prototyp von einem System, das man im Ernstfall tatsächlich verlassen kann.

Für uns ist die Lehre eine vertraute: Wie beim Speicherchip-Boom oder der Rechenleistung aus Licht zeigt sich technischer Fortschritt zuerst dort, wo ihn kaum jemand hinschaut — nicht im nächsten Produktlaunch, sondern in der stillen Infrastruktur dahinter.

Merken für die Praxis

Telekom, T-Mobile Tschechien und Primoco UAV testeten erstmals den nahtlosen Wechselbetrieb zweier fliegender Basisstationen.
Feldversuch beim Trailrunning-Event „Běhej lesy" in den Brdy-Bergen, ca. 1.900 Teilnehmende, kein Verbindungsabbruch beim Wechsel.
Technik: Primoco One 150, 2–3 km Flughöhe, bis 20 km² Abdeckung, bis 100 Mbit/s über LTE/5G, Satellitenanbindung ohne Bodenstation.
Gedacht für Krisenkommunikation, Katastrophenschutz und Großevents in Regionen ohne ausreichende Netzabdeckung.
Noch Feldversuch — Regelbetrieb, Kosten und Verhalten im echten Krisenfall sind offene Fragen.

Quellen: telecom-handel — Telekom testet fliegende Mobilfunkzellen im Wechselbetrieb · ComputerBase — Fliegende Funkzellen: Drohnen wechseln sich ohne Netzunterbrechung ab · teltarif — Telekom: Mobilfunk-Versorgung per Drohne. Stand: 06.08.2026.

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