Samsung geht bei seinen Falt-Smartphones in die Breite: Galaxy Z Fold8, das Fold8 Ultra und der dreifach faltbare TriFold mit 10-Zoll-Innendisplay. Klingt nach Hardware-News — ist aber vor allem eine KI-Geschichte. Denn das eigentliche Problem war nie die KI, sondern der Bildschirm, auf dem wir sie nutzen. Wir zeigen aus Telko-Sicht, warum das neue Format ein echter Komfortgewinn für Claude, ChatGPT und Gemini ist.
Auf dem Galaxy Unpacked am 22. Juli hat Samsung drei neue Foldables gezeigt — und die spannendste Änderung ist nicht die Kamera oder der Chip, sondern das Format. Das Galaxy Z Fold8 geht in die Breite: ein 7,6-Zoll-Innendisplay im 4:3-Format, dazu ein 5,5-Zoll-Außenschirm, 201 Gramm, ab 1.999 Euro. Das Fold8 Ultra legt mit 8-Zoll-Innendisplay und 200-MP-Kamera nach, das kompakte Flip8 bleibt das Klapphandy für die Hosentasche.
Das eigentliche Statement-Gerät ist aber der Galaxy Z TriFold: dreifach faltbar, mit einer 10-Zoll-Arbeitsfläche — der größte Schirm, den es je auf einem Galaxy-Smartphone gab, zusammengefaltet trotzdem taschentauglich. Klingt nach einer Spielerei für Technik-Fans. Ist aber der Moment, in dem die Hardware endlich dem hinterherkommt, was wir mit unseren Handys längst tun: den ganzen Tag mit KI arbeiten.
Die Art, wie wir KI nutzen, hat sich in zwei Jahren radikal verändert — die Bildschirme dahinter aber kaum. Genau da entsteht der Reibungspunkt, den das neue Falt-Format auflöst:
KI-Arbeit ist selten nur Chat. Du fragst Claude etwas und willst die Antwort neben dem Dokument sehen. Auf einem schmalen Handy heißt das ständiges Hin- und Herwischen. Auf dem breiten Falt-Schirm laufen Chat und Quelle nebeneinander.
KI liefert Absätze, Tabellen, Code. Auf einem 6-Zoll-Streifen scrollst du dich zu Tode; auf 8 oder 10 Zoll siehst du den ganzen Gedanken auf einen Blick — der Unterschied zwischen Überfliegen und wirklich Prüfen.
Sprachdialog mit KI wird zum Standard. Beim faltbaren Format kannst du das Gerät halb aufgestellt hinlegen (Laptop-Modus), sprechen und gleichzeitig mitlesen — freihändig, ohne Halterung.
Die neuen Modelle erlauben, den Bildschirm mit der KI zu teilen (Gemini Live) und in Echtzeit Hilfe zu bekommen. Auf einer großen Fläche ist das brauchbar statt frickelig — die KI sieht, was du siehst.
Der rote Faden: Nicht die KI-Modelle waren zuletzt der Flaschenhals — die werden im Wochentakt besser. Der Flaschenhals war das Fenster, durch das wir sie bedienen. Ein größerer, teilbarer Schirm ist deshalb kein Luxus, sondern ergonomische Grundlage für ernsthafte KI-Nutzung unterwegs.
Hier lohnt eine saubere Unterscheidung, die in der Werbung gern verschwimmt: Nicht jede KI ist auf dem Galaxy gleich tief verankert.
Gemini ist auf den neuen Galaxy-Geräten tief eingebaut — inklusive „Gemini Intelligence", der Funktion „Now Brief" für Routine-Empfehlungen und Bildschirm-Teilen mit Gemini Live. Dazu gibt es sechs Monate Google AI Pro gratis. Das ist der Heimvorteil des Hauses Google auf Android.
Claude (Anthropic) und ChatGPT (OpenAI) sind nicht ins System eingebaut, laufen aber als vollwertige Android-Apps — und profitieren vom Format genauso: Split-Screen neben deinen Dokumenten, große Lesefläche, Laptop-Modus fürs Diktat. Der Hardware-Komfort gilt für jede KI, nicht nur für Gemini.
Das breite Display macht etwas möglich, das auf schmalen Handys unpraktisch war: zwei KI-Apps gleichzeitig — links Claude für die eine Aufgabe, rechts ChatGPT oder Gemini zum Gegenprüfen. Das Vier-Augen-Prinzip passt plötzlich in eine Hand.
Wichtig für die Kaufberatung: Du kaufst mit einem Galaxy-Foldable kein KI-Abo mit. Gemini ist bequem vorinstalliert, aber du bist frei, dein bevorzugtes Modell als App zu nutzen. Die Hardware ist der Komfortgewinn — das Modell bleibt deine Entscheidung.
Ein Foldable ist teuer — die Frage ist berechtigt. Aus unserer Doppelrolle als Telko- und KI-Agentur die ehrliche Entscheidungshilfe:
Wer unterwegs ernsthaft mit KI produziert — Mails formulieren, Texte prüfen, recherchieren, Code lesen — bekommt mit dem großen, teilbaren Schirm einen echten Produktivitätssprung. Das ersetzt für viele das Tablet.
Für gelegentliche KI-Fragen zwischendurch reicht jedes moderne Handy. Der Falt-Komfort zahlt sich erst aus, wenn du regelmäßig zwei Dinge gleichzeitig auf dem Schirm brauchst.
1.999 € fürs Fold8, rund 2.900 $ (US-Start) fürs TriFold: Das ist eine Investition. Rechne sie gegen das, was du sonst an Tablet oder Laptop unterwegs mitschleppst — dann relativiert sich die Zahl.
Wird das Gerät geschäftlich für KI-gestützte Arbeit genutzt, ist es Betriebsausstattung. Sprich mit deinem Steuerberater — der Produktivitätsgewinn ist oft das kleinere Argument gegenüber der Abschreibung.
Zwei Jahre lang haben wir über immer klügere Modelle gestaunt — und sie durch ein Fenster von sechs Zoll bedient. Samsungs neue Falt-Formate drehen das Verhältnis um: Nicht die KI wird größer, sondern die Fläche, auf der wir mit ihr arbeiten. Manchmal ist der Fortschritt kein neues Modell, sondern mehr Platz.
Samsungs Formatoffensive ist mehr als ein neues Scharnier. Sie ist die Antwort auf eine Frage, die zwei Jahre lang unbeantwortet blieb: Auf welchem Gerät nutzt man KI eigentlich richtig? Nicht auf dem schmalen Streifen, durch den wir bislang gewischt haben — sondern auf einer Fläche, die groß genug ist, um Gespräch und Ergebnis nebeneinander zu halten.
Für uns als Agentur mit einem Bein in der Telekommunikation und einem in der KI ist das der spannendste Punkt: Die beiden Welten wachsen physisch zusammen. Das Endgerät wird zum KI-Werkzeug, und das Format entscheidet mit, wie gut das funktioniert. Gemini hat den Heimvorteil, aber der Komfort gilt für Claude und ChatGPT genauso.
Ob es ein Foldable sein muss, entscheidet dein Alltag. Aber die Richtung ist klar: Die nächste Generation der KI-Nutzung passiert nicht nur in besseren Modellen — sondern auf besseren Bildschirmen.
Quellen: Telecom Handel — Samsung startet neues Format bei seinen Falt-Smartphones · Samsung Newsroom — Galaxy Z TriFold (10-Zoll-Display, US-Start) · Google — Gemini & Samsung, Galaxy Unpacked 2026 · 9to5Google — Gemini Intelligence & Nano 4 auf Fold8/Flip8 · Engadget — Alles von Samsung Unpacked 2026. Stand: 22.07.2026. Preise & technische Daten sind Herstellerangaben und können je nach Markt abweichen.
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