OpenAI erlaubt persönlichen ChatGPT-Accounts — Free, Go, Plus und Pro — offiziell keine neuen Custom GPTs mehr zu erstellen oder zu veröffentlichen. Bestehende GPTs bleiben nutzbar. Aber eine oft genannte Möglichkeit, damit umzugehen, funktioniert nach OpenAIs eigener Dokumentation vermutlich nicht mehr.
OpenAIs eigenes Help Center ist eindeutig: „New GPT creation and publishing are not available on personal ChatGPT accounts, including Free, Go, Plus, and Pro." Betroffen sind also nicht nur kostenlose Accounts, sondern ausdrücklich auch die bezahlten persönlichen Tarife — Plus und Pro eingeschlossen. Nur wer in einem Business-, Enterprise- oder Edu-Workspace arbeitet, kann laut OpenAI je nach Workspace-Einstellungen weiterhin neue GPTs erstellen, bearbeiten und veröffentlichen.
Die gute Nachricht zuerst: Bereits vorhandene Custom GPTs verschwinden nicht. Sie bleiben nutzbar, und wer die entsprechenden Rechte hat, kann sie laut OpenAI weiter bearbeiten — Anweisungen anpassen, Wissensdateien austauschen, Actions und Tools verändern, Freigaben verwalten.
Für bereits erstellte Custom GPTs auf persönlichen Accounts bleibt laut OpenAI einiges möglich — solange Plan und Berechtigungen es erlauben.
Rollenbeschreibung, Verhalten und Ton eines bestehenden GPTs lassen sich weiter verändern.
Hochgeladene Referenzdateien können ausgetauscht oder ergänzt werden — bis zu 20 Dateien, je bis 512 MB.
Verbindungen zu externen APIs oder Diensten lassen sich weiter konfigurieren und anpassen.
Sichtbarkeit und Teilen-Einstellungen bleiben über den „Share"-Dialog editierbar.
Ein häufig genannter Ausweg lautet: bestehende GPTs duplizieren und als Basis für Varianten nutzen. Genau das aber schränkt OpenAIs eigene Dokumentation ein: „Duplicating a GPT is available only when your account or workspace is eligible to create new GPTs." Da persönliche Free-, Go-, Plus- und Pro-Accounts diese Berechtigung laut derselben Dokumentation gerade verloren haben, lässt sich daraus nur folgern, dass auch das Duplizieren für sie nicht mehr funktioniert. Bevor du dich also auf „ich baue einfach eine Kopie" verlässt, teste es zuerst an einem unkritischen GPT — verlass dich nicht blind auf ältere Anleitungen dazu.
So bist du nicht von einer einzelnen Plattform-Ansicht abhängig — und kannst einen Assistenten notfalls woanders nachbauen, etwa in einem Business-Workspace, über APIs oder in einem anderen KI-Tool.
Diese Änderung trifft genau die Betriebe, die KI am pragmatischsten einsetzen: Selbstständige und kleine Teams, die mit einem persönlichen Plus- oder Pro-Account einen Custom GPT für einen Kunden, einen internen Prozess oder eine Kampagne gebaut haben — ohne eigenes Business-Workspace. Für sie ist der nächste GPT jetzt nicht mehr eine Sache von fünf Minuten.
Das deckt sich mit einer Beobachtung, die wir erst kürzlich an dieser Stelle gemacht haben: Der Wert eines KI-Assistenten liegt nicht im Werkzeug, in dem er gebaut wurde, sondern in der Dokumentation, die ihn überlebensfähig macht. Genau das rät OpenAI hier selbst — eine Übersicht mit Prompt, Wissensdateien und Actions, unabhängig von einer einzelnen Plattformansicht.
Wer regelmäßig KI-Assistenten für Kunden oder interne Prozesse baut, sollte jetzt zwei Dinge klären: Reicht ein Wechsel auf einen Business-Workspace, oder lohnt sich der Umzug in ein plattformunabhängigeres Setup? Beide Wege beginnen mit derselben Hausaufgabe — der bestehenden GPTs sauber dokumentieren, bevor die nächste Änderung kommt.
Quelle: OpenAI Help Center — Creating and editing GPTs. Stand: 14.08.2026.
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