Google hat gestern Nano Banana 2.1 veröffentlicht. Ein Bild in HD kostet über die Schnittstelle jetzt gut drei Cent statt knapp sieben, das Modell nimmt bis zu 14 Referenzbilder und zieht direkt in Google Ads ein. Am selben Tag hat Higgsfield den Ad Multiplier vorgestellt: eine Referenzanzeige rein, dein Produkt, deine Leute, dein Ort raus. Klingt nach einem guten Tag für kleine Werbebudgets. Mit zwei Haken.
Beide Meldungen vom 6. Oktober drehen sich um dieselbe Frage: Was kostet ein Werbemittel, wenn die Maschine es baut? Google drückt den Preis je Bild, Higgsfield drückt die Zeit je Video. Schauen wir erst auf die Zahlen, dann auf das Kleingedruckte.
Google hat am 6. Oktober 2026 das Bildmodell Nano Banana 2.1 freigegeben, als Nachfolger von Nano Banana 2 vom Februar. In der Modellkarte steht, was sich geändert hat: bessere Bildqualität, sauberere Schrift im Bild, gleichbleibende Figuren über mehrere Runden hinweg, Panoramaformate bis 8:1 und Infografiken. Googles eigene Vergleichswertung steigt von 990 auf 1.050 Punkte, bei der Faktentreue von Infografiken von 0,18 auf 0,52. Das sind Googles Zahlen, keine unabhängigen.
Spannender für dich ist die Preisliste. Über die Schnittstelle kostet ein Bild in 1K jetzt 3,36 Cent statt 6,7 Cent, in 2K 5,04 statt 10,1 Cent, in 4K 7,56 statt 15,1 Cent. Wer Bilder gesammelt im Stapel rechnen lässt, zahlt noch einmal die Hälfte. Zum Vergleich: Nano Banana Pro kostet weiter 13,4 Cent je Bild. Laut Entwicklerdoku nimmt das Modell bis zu 14 Referenzbilder gleichzeitig, also dein Produkt, dein Logo, deine Farben, und hält sie über die Serie hinweg zusammen.
Das Modell rollt laut Google in die Gemini-App, in den KI-Modus der Suche, in AI Studio, Flow, Stitch, die Gemini Enterprise Platform und in Google Ads. Letzteres ist für kleine Betriebe der wichtigste Punkt: Die Bildvarianten für Anzeigen entstehen dann dort, wo die Kampagne läuft, nicht in einem dritten Werkzeug. Jedes Bild trägt laut Doku ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Das Vorgängermodell gilt als abgekündigt, ein Abschaltdatum nennt Google bislang nicht. The Decoder schreibt vom 29. Oktober, bei Google selbst steht das nicht.
Halbiert wurde der Preis je ausgegebenem Bild. Der Preis für die Eingabe steigt laut derselben Preisliste von 0,50 auf 1,50 Dollar je Million Token. Wer jede Anfrage mit zehn Referenzbildern füttert, zahlt also an anderer Stelle mehr. Für ein einzelnes Produktfoto bleibt die Rechnung trotzdem deutlich günstiger, bei langen Bildserien mit vielen Referenzen solltest du einmal nachrechnen. Und: Ob 2.1 in deiner Gemini-App in Deutschland schon freigeschaltet ist, nennt Google nicht; eine Länderliste gibt es nicht, schau in die Modellauswahl.
Higgsfield hat am 6. Oktober den Ad Multiplier in sein Änderungsprotokoll gestellt. Die Idee: Du lädst eine Videoanzeige als Vorlage hoch, zwischen 4 und 30 Sekunden, dazu bis zu 20 Bilder von deinem Produkt, deinen Leuten, deinem Laden. Dann beschreibst du, was anders sein soll: Produkt, Darsteller, Ort, Text, Einstieg oder Handlungsaufruf. Das Werkzeug behält Aufbau und Tempo der Vorlage und tauscht den Rest. Ausgabe in 480p, 720p oder 1080p.
Der Nutzen liegt im Wort Multiplier: Wenn eine Anzeige funktioniert, kannst du mehrere Einstiege und Handlungsaufrufe testen, ohne die Vorlage neu hochzuladen. Das ist genau die Fleißarbeit, die in kleinen Betrieben sonst liegen bleibt, weil niemand Zeit für die dritte Variante hat.
Dazu passt, was Higgsfield in den Tagen davor nachgelegt hat: Am 2. Oktober kam der AI Influencer, ein Baukasten für eine eigene KI-Figur aus 19 Kategorien, wahlweise mit dem eigenen Gesicht, mit fünf Gratisläufen je Nutzer. Am 1. Oktober das Ads Studio für statische Anzeigen, laut Higgsfield 4 Credits je Anzeige bei 5 Cent je Credit, also etwa 20 Cent je Motiv und 4 Dollar für 20 Varianten. Was ein Lauf im Ad Multiplier kostet, steht im Protokoll nicht. Wir haben das Werkzeug noch nicht selbst getestet, das ist eine Beschreibung des Anbieters.
Die Vorlage sollte deine eigene Anzeige sein oder eine, deren Nutzung du geklärt hast. Das Urheberrechtsgesetz schützt in § 2 Absatz 1 Nummer 6 ausdrücklich „Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden“. Die bloße Idee, ein Produkt in drei Sekunden zu zeigen und dann den Preis einzublenden, ist frei. Ob ein Nachbau mit fremdem Aufbau, Tempo und Text noch Idee oder schon Übernahme ist, entscheidet im Streitfall ein Gericht, nicht ein Werkzeug. Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Grund, warum wir die eigene Anzeige als Vorlage empfehlen.
Nimm ein echtes Produktfoto aus deinem Betrieb, öffne Google AI Studio, wähle Nano Banana 2.1 und lass dir drei Varianten bauen: eine für die Anzeige im Querformat, eine für die Story im Hochformat, eine mit deinem Logo als Referenz. Notiere Zeit und Kosten. Dann nimm deine am besten gelaufene eigene Videoanzeige, keine fremde, und lass den Ad Multiplier drei neue Einstiege dazu bauen. Was davon du morgen schalten würdest, ist deine Antwort auf die Frage, ob sich die Werkzeuge für dich lohnen. Was du nicht schalten würdest, sagt dir, wo du selbst noch gebraucht wirst.
Ich habe in diesem Jahr mehrere Preisrunden bei den Bildmodellen mitgezählt, und jede ging nach unten. Drei Cent für ein brauchbares Produktbild sind kein Kostenfaktor mehr, das ist Porto. Die Kosten sitzen jetzt woanders: in der Zeit, die jemand braucht, um zu sagen, welches Bild überhaupt gebraucht wird, und in der Prüfung, ob es stimmt.
Beim Ad Multiplier bin ich gespannter als überzeugt. Dass ein Werkzeug den Aufbau einer Anzeige behält und nur das Produkt tauscht, ist genau das, was Agenturen in der dritten Schleife von Hand machen. Wenn das sauber läuft, verschiebt sich auch hier der Wert: weg vom Bauen, hin zum Wissen, welche Anzeige es verdient, vervielfacht zu werden.
Quellen: Google DeepMind, Modellkarte Nano Banana 2.1 (Veröffentlichung 6. Oktober 2026, Vergleichswerte 1.050 gegen 990 und 0,521 gegen 0,179, Produktliste); Google, Gemini-API-Preisliste (3,36/5,04/7,56 Cent je Bild, Eingabe 1,50 Dollar je Million Token, Nano Banana 2 und Pro zum Vergleich) und Entwicklerdoku Bildgenerierung (bis 14 Referenzbilder, Auflösungen, SynthID); Google, API-Änderungsprotokoll und Abkündigungen (Vorgänger abgekündigt, kein Abschaltdatum). Einordnung und Berichte: The Decoder (6. Oktober, nennt den 29. Oktober als Abschaltdatum, bei Google nicht belegt) und Decrypt (Jose Antonio Lanz, 6. Oktober). Higgsfield, Changelog (Ad Multiplier 6. Oktober, AI Influencer 2. Oktober, Seedance-Störung 3. Oktober) und Ads Studio (1. Oktober, 4 Credits je Anzeige). Googles Ankündigung auf X war für uns nicht abrufbar, die Fakten stammen aus den verlinkten Google-Seiten. Gesetzestext: § 2 UrhG. Alle Preise sind Angaben der Anbieter in US-Dollar, Stand 07.10.2026. Einschätzungen sind unsere eigenen, keine Rechtsberatung.
Welches Modell für welche Aufgabe, welche Tools wirklich zählen und wie du richtig promptest — komplett lesbar, kein Download.
Jetzt gratis lesen →Wir schauen mit dir auf deine laufenden Anzeigen, bauen mit Nano Banana 2.1 drei Bildvarianten aus deinem echten Produkt und prüfen, welche eigene Videoanzeige sich für den Ad Multiplier eignet. Danach weißt du, was die Werkzeuge bei dir sparen und was nicht.