Dieselben 16.310 Nutzer suchten bei Google mit Stichwörtern und fragten die KI in ganzen Sätzen. Was die Studie zeigt, was sie nicht zeigt und was du auf deiner Website daraus machst.
Die Agentur iPullRank hat dieselben 16.310 Nutzer einen Monat lang bei Google und in KI-Suchen verglichen, Nutzer für Nutzer. Das Ergebnis: Wer die KI fragt, formuliert anders als bei Google. Wir haben die Studie gelesen und trennen, was gemessen wurde, was nicht und was daraus für Betriebe folgt. Zur Transparenz: iPullRank verkauft selbst Beratung zur KI-Suche, und wir arbeiten in der Redaktion mit Claude von Anthropic. Den Anstoß gab der Newsletter TLDR Founders vom 30. Oktober 2026.
Autorin Cate Dombrowski verknüpfte zwei Datensätze des Anbieters Datos über dieselbe Nutzerkennung: die Google-Suchen und die Eingaben in Perplexity, Copilot und you.com. Es blieben 16.310 Nutzer, alle am Desktop-Rechner in den USA im November 2024. Jede Eingabe sortierte sie in Suchen (Stichwort, Webseite, Kauf, Ort), Fragen und Aufträge wie „schreibe“ oder „fasse zusammen“.
Das Ergebnis: Bei Google waren 84,8 Prozent der Eingaben Stichwörter oder Namen und 8,1 Prozent Fragen. Dieselben Nutzer schrieben in KI-Suchen zu 46,3 Prozent Stichwörter und zu 26,8 Prozent Fragen, das ist das 3,3-fache. Aufträge kamen bei Google kaum vor, in KI-Suchen waren es 6,9 Prozent. Für dasselbe Anliegen lag der Median bei neun Wörtern statt fünf (267 Paare), und 8,0 Prozent der KI-Eingaben nannten Rolle, Situation oder Zweck, bei Google 1,2 Prozent. Die Google-Gewohnheiten einer Person erklären nur etwa 4 Prozent davon, wie sie die KI fragt. Dazu: Der typische Nutzer schickte im Monat 2 Eingaben an eine KI und 92 Suchen an Google, die KI machte 2,7 Prozent aus.
Die Daten stammen von US-Desktop-Rechnern aus dem November 2024. ChatGPT macht nur 0,1 Prozent des KI-Datensatzes aus, die Gruppe besteht zu 65 Prozent aus Männern und zu 65 Prozent aus 35- bis 44-Jährigen, und 70 Prozent der Perplexity-Zeilen sind auf 30 Zeichen gekürzt. Die Autorin schreibt selbst, dass die Studie nicht belegt, wie Nutzer heute fragen, und dass sie Eingaben maß, keine Antworten. Wie deine Kunden in Deutschland heute fragen, sagt sie nicht.
Ab hier gilt: Das ist unsere Einschätzung, keine Studie. Erstens: Sammle die Fragen deiner Kunden im vollen Satz. Die Autorin nennt Verkaufsgespräche, Anfragen und häufige Fragen selbst als beste Quelle dafür, was Kunden wirklich wissen wollen. Schreibe aus Anrufen, Mails und Chats zehn echte Fragen mit der geschilderten Situation auf, etwa „Mein Dachfenster tropft seit dem Sturm, wer kommt schnell und was kostet das?“. Zweitens: Beantworte genau diese Fragen auf deiner Website in ganzen Sätzen, mit Preisspanne, Ablauf und Einzugsgebiet. Ob KI-Suchen dich dadurch häufiger nennen, belegt die Studie nicht, sie zeigt nur, wie gefragt wird.
Drittens: Schließe nicht von deinen Google-Suchbegriffen auf die Fragen an die KI. Wenn die Gewohnheiten nur 4 Prozent erklären, bildet eine Stichwortliste aus der Suchstatistik allein nicht ab, was Kunden die KI fragen. Und bleib gelassen: In diesen Daten war die KI ein kleiner Teil aller Eingaben, Google bleibt wichtig.
Dass Kunden anders fragen, heißt nicht, dass eine KI deine Antwort auswählt. Die Studie misst Eingaben, keine Quellen. Schreibe Antworten, die für Kunden stimmen und aktuell sind, und lass keine veralteten Preise oder Öffnungszeiten stehen. Was nach zwölf Monaten Tests bei HubSpot wirkte, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
Fünf Minuten: Schreibe zehn Kundenfragen aus echten Mails, Anrufen oder Chats im vollen Satz auf, mit der Situation, die der Kunde schildert. Drei Minuten: Stelle drei davon wortgleich in eine KI-Suche deiner Wahl und notiere, ob dein Betrieb vorkommt und ob die Angaben stimmen. Zwei Minuten: Prüfe, ob deine Website zu jeder dieser Fragen eine klare Antwort in ganzen Sätzen hat, und setze fehlende auf eine Liste.
Dass Kunden die KI anders fragen als Google, ist plausibel und jetzt gemessen, wenn auch an Daten von 2024 aus den USA. Ob dein Betrieb davon etwas hat, hängt an deinen Antworten und nicht an der Studie.
Echte Kundenfragen sammeln, in ganzen Sätzen beantworten, Google-Stichwörter nicht für KI-Fragen halten. Das ist unsere Einschätzung, keine Studie.
Quellen: „How the Same 16,000 Users Behave in AI Search vs. Google“, iPullRank, Cate Dombrowski (29. Oktober 2026); Anlass: TLDR Founders vom 30. Oktober 2026. Die Zahlen haben wir nicht nachgerechnet, die Einordnung für Betriebe ist unsere Einschätzung.
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