Eine Umfrage von G2 unter 1.019 Entscheidern zeigt, wie Käufer KI-Agenten bezahlen wollen. Was in der Studie steht, was Newsletter daraus machen und worauf du vor dem Abschluss achtest.
Ein Newsletter schreibt, 91 Prozent der Käufer fänden Preise pro Nutzer unfair. Das steht so nicht in der Studie. Wir haben die Seite von G2 gelesen und zeigen, was gemessen wurde, was daraus gemacht wurde und was das für deinen Einkauf heißt.
G2, ein Bewertungsportal für Unternehmenssoftware, hat im Juli 2026 für den „2026 AI Agents Insight Report“ 1.019 Entscheider befragt, die Kaufentscheidungen verantworten oder beeinflussen, aus Nordamerika, Europa mit Nahem Osten und Afrika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum. Das Ergebnis: Nur 9 Prozent halten Preise pro Nutzer für das fairste Modell bei KI-Agenten. Die Abrechnung nach Verbrauch (pay-as-you-go) stieg von 38 Prozent im Jahr 2025 auf 57 Prozent, die Abrechnung nach Ergebnis von 11 auf 19 Prozent, Festpreise fielen von 35 auf 21 Prozent.
Zu den Kosten: 46 Prozent der Agenten-Käufer berichten Betriebskosten, die höher ausfielen als erwartet. Wechseln würden 30 Prozent zu einem Anbieter mit stärkeren Agenten-Funktionen, weitere 44 Prozent würden eine Alternative testen und beim Verlängern neu entscheiden, zusammen die 74 Prozent aus den Schlagzeilen. Als Kontrollen wünschen sich die Käufer vor allem Echtzeit-Dashboards zur Nutzung, monatliche Ausgabenlimits, Berichte zu den Kosten je Ergebnis, günstigeres Modell-Routing und Prognosen vor dem Einsatz.
Erstens: Die 9 Prozent bedeuten nicht, dass 91 Prozent Preise pro Nutzer „unfair“ finden. Gefragt war nach dem fairsten Modell, wer ein anderes nennt, hat damit kein Urteil über Preise pro Nutzer gefällt. Die Schlagzeile des Newsletters ist eine Folgerung, die nicht in der Studie steht. Zweitens sind die 74 Prozent zur Hälfte Menschen, die nur testen würden. Drittens ist es eine Befragung von Entscheidern, die Einstellungen misst und kein Verhalten, und G2 verkauft an Anbieter. Den genauen Wortlaut der Fragen nennt die Seite nicht.
Verbrauchsabrechnung klingt fair, hat aber einen Haken: Du weißt vor dem Kauf nicht genau, was es kostet. Ein Agent, der Aufgaben mehrfach versucht, kann für dieselbe Aufgabe unterschiedlich viel verbrauchen. Das ist unsere Überlegung und kein Ergebnis der Studie. Die Studie zeigt aber, dass viele Käufer genau deshalb Kontrollen wollen: sehen, was verbraucht wird, und eine Grenze setzen können.
Vier Dinge lohnen sich vor jedem Abschluss. Erstens ein monatliches Ausgabenlimit, das der Anbieter hart durchsetzt und nicht nur als Hinweis anzeigt. Zweitens ein Dashboard, das den Verbrauch laufend zeigt. Drittens eine Abrechnung je Ergebnis, etwa je erledigte Anfrage, statt je Anlauf. Viertens ein Test mit einer echten Aufgabe und eine Rechnung danach, bevor du einen Jahresvertrag unterschreibst. Und wie 74 Prozent der Befragten: Die Verlängerung ist der Moment, in dem du Alternativen vergleichst.
Die Studie zeigt, was Käufer sich wünschen, nicht, was Anbieter liefern. Ob ein Anbieter ein hartes Limit, ein Dashboard oder eine Abrechnung je Ergebnis hat, steht in seinen Vertragsbedingungen und nicht im Bericht. Unsere vier Punkte sind eine Einordnung aus den genannten Wünschen und keine Empfehlung von G2.
Fünf Minuten: Schreib die Aufgabe auf, die der Agent übernehmen soll, und wie oft sie im Monat vorkommt. Fünf Minuten: Such in den Bedingungen des Anbieters, ob es ein hartes Monatslimit gibt, und wie du den Verbrauch siehst. Fünf Minuten: Rechne, was die Aufgabe kostet, wenn der Agent sie dreimal versucht, und vergleiche das mit der Arbeitszeit, die du sparst. Fünf Minuten: Trag den Verlängerungstermin in den Kalender ein, mit vier Wochen Vorlauf für den Vergleich. Danach weißt du, wie viel der Agent höchstens kosten darf.
Die Schlagzeile ist größer als die Zahl: 9 Prozent halten Preise pro Nutzer für das fairste Modell, das sagt nichts über die anderen 91 Prozent. Die wichtigere Zahl für Betriebe ist die 46: fast jeder zweite Käufer berichtet höhere Kosten als erwartet.
Deshalb gilt vor dem Kauf: Limit, Dashboard, Abrechnung je Ergebnis, Test und ein Termin für die Verlängerung.
Quellen: G2, „2026 AI Agents Insight Report“ (Umfrage im Juli 2026, gelesen am 19. Oktober 2026, sinngemäß aus dem Englischen wiedergegeben; den vollständigen Bericht und den Fragewortlaut haben wir nicht gesehen). Eine Zusammenfassung des Berichts im Newsletter TLDR Founders vom 19. Oktober 2026 war der Anlass. Die Überlegung zum schwankenden Verbrauch von Agenten und die vier Hinweise vor dem Kauf sind unsere Einordnung und nicht Teil der Studie.
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