Seit Anfang Oktober steht in Googles Richtlinien, es sei kritisch, alle KI-Inhalte vor dem Veröffentlichen von Hand auf Richtigkeit zu prüfen. Und wer Autorenprofile mit KI-Porträt, erfundenem Namen oder falschen Qualifikationen baut, täuscht nach Googles Worten. Was das für deine Texte heißt und was nicht.
Googles Hilfeseiten sind nüchtern geschrieben, das Wort „kritisch" fällt dort selten. Dass es jetzt in der Anleitung zu KI-Inhalten steht, ist die Nachricht.
Google hat Anfang Oktober zwei Seiten seiner Dokumentation angepasst. In der Anleitung zum Umgang mit KI-Inhalten steht seit dem 1. Oktober sinngemäß: Es ist kritisch, alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen. Begründet wird das mit der Arbeitsweise der Modelle, die Fakten nicht abrufen, sondern wahrscheinliche Wortfolgen vorhersagen. Daraus entstehen die bekannten erfundenen Details.
Auf der zweiten Seite, der zu hilfreichen, verlässlichen Inhalten, steht jetzt ein Absatz zu erfundenen Urheberprofilen. Als Beispiele nennt Google KI-generierte Porträtfotos, ausgedachte Namen und falsche Qualifikationen, mit denen ein Inhalt aussehen soll, als hätten ihn menschliche Fachleute geschrieben. Das sei nach Googles Worten eine Form der Täuschung.
Dazu hält Google fest, dass jede Form von Täuschung eine Seite für Nutzer wie für die automatischen Qualitätssysteme unglaubwürdig mache und ein Signal für eine Seite geringer Qualität sei. Die Bewertungsrichtlinien für die menschlichen Prüfer behandeln ähnliche Fälle nach Angaben von Search Engine Journal schon länger und vergeben dafür die niedrigste Note.
Google nennt keinen Mechanismus, nach dem Seiten abgestraft werden, und kündigt kein Update an. Wer anderes liest, liest Spekulation. Laut Search Engine Journal hatte Googles Suchsprecher 2024 außerdem gesagt, dass Autorenzeilen allein nicht beim Ranking helfen. Es geht also nicht darum, ein Häkchen zu setzen, sondern darum, dass die Angaben auf der Seite stimmen.
In vielen Betrieben läuft es so: Ein Text wird mit KI entworfen, jemand liest ihn einmal quer, dann geht er online. Genau diese Lücke meint Google. Erstens: Zahlen, Namen, Daten und Zitate einzeln gegenprüfen. Gerade die Stellen, die besonders konkret klingen, sind die, die ein Modell gern erfindet.
Zweitens: keine erfundenen Experten. Eine Autorenbox mit Porträt, Name und Titel gehört zu einem echten Menschen, der den Text verantwortet. Gibt es den nicht, lass die Box weg.
Drittens: sag, wie der Text entstanden ist, dort, wo man danach fragen würde. Google empfiehlt eine ehrliche Offenlegung von KI und Automatisierung überall dort, wo ein Leser sich fragen könnte, wie etwas gemacht wurde. Das kann ein Satz am Ende des Beitrags sein.
Das ist keine Last, sondern eine gute Nachricht für alle, die ihre Texte ohnehin sorgfältig prüfen. Sie haben nichts zu verstecken, und der Satz „Mit KI entworfen, von Hand geprüft" sagt dem Leser genau das, was er wissen will.
Ein Hinweis zur KI-Nutzung ersetzt die Prüfung nicht. Er macht nur sichtbar, dass sie stattgefunden hat. Wer „mit KI erstellt" unter einen ungeprüften Text schreibt, hat nichts gewonnen, und die Leser merken es früher als jede Suchmaschine.
Wer hat das gegengelesen, und was genau hat er geprüft? Wenn du darauf in einem Satz antworten kannst, bist du für Googles Ansage und für jeden kritischen Leser gerüstet. Wenn nicht, ist das dein Arbeitspaket für diese Woche, und nicht die Suche nach einem Werkzeug, das KI-Texte menschlicher klingen lässt.
Google sagt im Kern zwei Dinge, die jeder Redakteur schon vor der KI wusste: Prüfe, was du veröffentlichst, und gib dich nicht als jemand aus, der du nicht bist. Neu ist nur, dass es jetzt wörtlich in der Anleitung zu KI-Inhalten steht, in einem Ton, den man nicht überlesen kann.
Es zeigt auch, wo die Messlatte liegt. Nicht bei der Frage, ob KI im Spiel war, sondern bei der Frage, ob jemand dafür geradesteht. Das ist eine beruhigende Nachricht: Der Weg dahin ist bekannt und kostet Zeit, nicht Geld.
Quellen: Googles Hilfeseiten Guidance on using generative AI content on your website (letzte Aktualisierung 1. Oktober 2026, Wortlaut zur manuellen Prüfung und zur Offenlegung) und Creating helpful, reliable, people-first content (Absatz zu erfundenen Urheberprofilen, Empfehlung zu Autorenzeilen), dazu die Berichte von Search Engine Roundtable und Search Engine Journal (Einordnung, Hinweis auf die Bewertungsrichtlinien und die Aussage des Suchsprechers von 2024). Die Übersetzungen der Google-Zitate sind sinngemäß. Die Empfehlungen sind unsere eigene Einordnung. Stand: 06.10.2026.
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