Cloudflare berichtet, dass ein KI-Modell in 155 Antworten Daten anderer Kunden ausgegeben hat. Was der Bericht sagt, was er offen lässt und welche Fragen du deinem KI-Anbieter zur Trennung von Kundendaten stellst.
Am 26. Oktober 2026 hat Cloudflare einen Vorfall bei seinem KI-Dienst Workers AI beschrieben, der sich im August und September ereignete. Wir haben den Bericht und die gemeinsame Mitteilung des Software-Projekts SGLang gelesen und ordnen ein, was feststeht, was offen ist und was das für Betriebe heißt, die KI-Dienste nutzen. Das ist keine Rechtsberatung.
Cloudflare betreibt mit Workers AI einen Dienst, bei dem Kunden KI-Modelle abfragen. Nach Cloudflares Bericht gab das Modell GLM-5.3 zwischen dem 27. August und dem 9. September 2026 in 155 Antworten Inhalte aus Anfragen anderer Kunden aus, nämlich Prompts und teils erzeugte Texte, die kurz zuvor an dasselbe Modell gegangen waren. Betroffen waren ausschließlich sehr lange Anfragen mit mehr als 681.280 Tokens. Die 155 beziehen sich laut Bericht auf Antworten, nicht auf Kunden, und eine „kleine Anzahl“ von Kunden war betroffen. Ein Sicherheitsforscher (Gadi Evron von Knostic) meldete das Problem am 8. September über das HackerOne-Programm von Cloudflare, Cloudflare konnte es am nächsten Morgen reproduzieren.
Die Ursache war eine Kombination: Der Zwischenspeicher des Modells (KV-Cache) war auf der Eingangsseite kleiner als das Kontextfenster, das das Modell unterstützt. Dazu kam ein Fehler in der Inferenz-Software SGLang, durch den zu lange Anfragen nicht abgelehnt wurden, sondern auf alte Speicherseiten früherer Anfragen zugriffen. Cloudflare sperrte das Modell am 9. September um 14:00 UTC, vergrößerte den Speicherbereich, spielte einen Patch ein und gab es um 19:40 UTC wieder frei. Cloudflare fand nach eigenen Angaben keine Hinweise auf gezielte Ausnutzung, und kein anderes Workers-AI-Modell war betroffen. SGLang hat am selben Tag gemeinsam mit Cloudflare eine Sicherheitsmitteilung mit Fix-Versionen veröffentlicht.
Zur Information der betroffenen Kunden, zur Speicherung und zum Training mit Kundendaten macht der Bericht keine Aussagen. Er erschien außerdem etwa sieben Wochen nach der Behebung. Dass die Daten nicht gezielt ausgenutzt wurden, ist Cloudflares Einschätzung, wir können das nicht prüfen. Du nutzt vermutlich Workers AI nicht selbst, aber die Art des Fehlers kann bei jedem KI-Dienst auftreten, bei dem sich viele Kunden dieselben Rechner teilen.
Wer KI-Dienste nutzt, gibt Texte, Kundenfragen oder Dokumente an einen Anbieter, der dieselben Rechner für viele Kunden betreibt. Die Trennung dieser Kunden ist eine Eigenschaft des Anbieters, du kannst sie nicht selbst prüfen. Du kannst aber fragen: Wie trennt ihr die Daten verschiedener Kunden auf gemeinsam genutzten Rechnern, wie lange liegen Anfragen im Zwischenspeicher, und gibt es Prüfungen auf Datenvermischung? Das sind Fragen an den Anbieter oder an den Dienstleister, der den KI-Dienst bei dir eingebaut hat.
Dazu gehören Fragen zum Ernstfall: Wann und wie wirst du bei einem Vorfall informiert? Gibt es dafür eine feste Frist im Vertrag? Welche deiner Daten lagen betroffen im System? Und wer meldet das an die Aufsicht, wenn Personendaten betroffen sind? Außerdem lohnt sich die einfachste Vorsorge: Gib sehr sensible Inhalte nur dann in einen KI-Dienst, wenn Vertrag und Trennung geklärt sind. Die Fragen sind unsere Einordnung und nicht Teil des Berichts.
Dass ein Fehler auftritt, sagt wenig, wie ein Anbieter damit umgeht, sagt mehr: schnelle Sperre, Behebung, öffentlicher Bericht. Bei Cloudflare steht das im Bericht, Informationen an Kunden nicht. Wir sind keine Rechtsberatung, kläre Meldepflichten bei Personendaten mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Berater.
Drei Minuten: Schreib auf, welche KI-Dienste in deinem Betrieb laufen, auch die, die dein Dienstleister eingebaut hat. Fünf Minuten: Suche zu jedem Dienst die Angaben zu Datentrennung, Speicherung und Vorfallmeldung in Vertrag und Hilfeseiten. Drei Minuten: Schick dem Anbieter oder Dienstleister die fünf Fragen per Mail und bitte um eine schriftliche Antwort. Zwei Minuten: Lege fest, welche Daten du nur nach geklärter Trennung in KI-Dienste gibst. Zwei Minuten: Trag einen Termin ein, an dem du die Antwort nachverfolgst.
Ein KI-Dienst hat in 155 Antworten Daten anderer Kunden ausgegeben, und der Bericht dazu kam etwa sieben Wochen nach der Behebung. Der Fehler ist behoben, geblieben ist die Frage, wie die Trennung bei deinem Anbieter aussieht.
Für deinen Betrieb gilt: Frag nach Datentrennung, Zwischenspeicher und Informationsweg, und gib sehr sensible Inhalte nur bei geklärtem Vertrag in KI-Dienste.
Quellen: Cloudflare, „Cross-request KV cache exposure in the GLM-5.3 Workers AI model, and our remediation with SGLang“ (26. Oktober 2026). LMSYS Org, „SGLang security update: improving request isolation“ (26. Oktober 2026), gelesen am 28. Oktober 2026 und sinngemäß aus dem Englischen wiedergegeben. Alle Angaben sind Herstellerangaben, wir haben nichts geprüft. Die Fragen, der Check und die Hinweise zu Meldewegen sind unsere Einordnung und keine Rechtsberatung.
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