KI News · 28. Oktober 2026

Fremde Daten
in KI-Antworten.

Cloudflare berichtet, dass ein KI-Modell in 155 Antworten Daten anderer Kunden ausgegeben hat. Was der Bericht sagt, was er offen lässt und welche Fragen du deinem KI-Anbieter zur Trennung von Kundendaten stellst.

Lesedauer6 Minuten
KategorieKI News
QuellenCloudflare Blog und LMSYS/SGLang, 26. Oktober 2026 (Herstellerangaben)
Stand28. Oktober 2026
✦ CLOUDFLARE: 155 KI-ANTWORTEN ENTHIELTEN DATEN ANDERER KUNDEN, 27. AUGUST BIS 9. SEPTEMBER 2026 ✦ NUR SEHR LANGE ANFRAGEN BETROFFEN, URSACHE: KONFIGURATION UND FEHLER IN DER SOFTWARE SGLANG ✦ LAUT CLOUDFLARE KEINE HINWEISE AUF GEZIELTE AUSNUTZUNG, KEIN ANDERES MODELL BETROFFEN ✦ OFFEN: WURDEN KUNDEN INFORMIERT, UND WAS PASSIERT MIT DEN DATEN? ✦ CLOUDFLARE: 155 KI-ANTWORTEN ENTHIELTEN DATEN ANDERER KUNDEN, 27. AUGUST BIS 9. SEPTEMBER 2026 ✦ NUR SEHR LANGE ANFRAGEN BETROFFEN, URSACHE: KONFIGURATION UND FEHLER IN DER SOFTWARE SGLANG ✦ LAUT CLOUDFLARE KEINE HINWEISE AUF GEZIELTE AUSNUTZUNG, KEIN ANDERES MODELL BETROFFEN ✦ OFFEN: WURDEN KUNDEN INFORMIERT, UND WAS PASSIERT MIT DEN DATEN?

Was Cloudflare
berichtet hat.

Am 26. Oktober 2026 hat Cloudflare einen Vorfall bei seinem KI-Dienst Workers AI beschrieben, der sich im August und September ereignete. Wir haben den Bericht und die gemeinsame Mitteilung des Software-Projekts SGLang gelesen und ordnen ein, was feststeht, was offen ist und was das für Betriebe heißt, die KI-Dienste nutzen. Das ist keine Rechtsberatung.

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Was passiert
ist.

Cloudflare betreibt mit Workers AI einen Dienst, bei dem Kunden KI-Modelle abfragen. Nach Cloudflares Bericht gab das Modell GLM-5.3 zwischen dem 27. August und dem 9. September 2026 in 155 Antworten Inhalte aus Anfragen anderer Kunden aus, nämlich Prompts und teils erzeugte Texte, die kurz zuvor an dasselbe Modell gegangen waren. Betroffen waren ausschließlich sehr lange Anfragen mit mehr als 681.280 Tokens. Die 155 beziehen sich laut Bericht auf Antworten, nicht auf Kunden, und eine „kleine Anzahl“ von Kunden war betroffen. Ein Sicherheitsforscher (Gadi Evron von Knostic) meldete das Problem am 8. September über das HackerOne-Programm von Cloudflare, Cloudflare konnte es am nächsten Morgen reproduzieren.

Die Ursache war eine Kombination: Der Zwischenspeicher des Modells (KV-Cache) war auf der Eingangsseite kleiner als das Kontextfenster, das das Modell unterstützt. Dazu kam ein Fehler in der Inferenz-Software SGLang, durch den zu lange Anfragen nicht abgelehnt wurden, sondern auf alte Speicherseiten früherer Anfragen zugriffen. Cloudflare sperrte das Modell am 9. September um 14:00 UTC, vergrößerte den Speicherbereich, spielte einen Patch ein und gab es um 19:40 UTC wieder frei. Cloudflare fand nach eigenen Angaben keine Hinweise auf gezielte Ausnutzung, und kein anderes Workers-AI-Modell war betroffen. SGLang hat am selben Tag gemeinsam mit Cloudflare eine Sicherheitsmitteilung mit Fix-Versionen veröffentlicht.

ABER: Der Bericht lässt wichtige Fragen offen

Zur Information der betroffenen Kunden, zur Speicherung und zum Training mit Kundendaten macht der Bericht keine Aussagen. Er erschien außerdem etwa sieben Wochen nach der Behebung. Dass die Daten nicht gezielt ausgenutzt wurden, ist Cloudflares Einschätzung, wir können das nicht prüfen. Du nutzt vermutlich Workers AI nicht selbst, aber die Art des Fehlers kann bei jedem KI-Dienst auftreten, bei dem sich viele Kunden dieselben Rechner teilen.

Der Vorfall im Überblick

Zeitraum27. August bis 9. September 2026
Betroffen155 Antworten, Modell GLM-5.3 auf Workers AI
Auslösersehr lange Anfragen, über 681.280 Tokens
UrsacheSpeichergröße plus Fehler in der Software SGLang
BehebungModell gesperrt, Patch, am 9. September wieder frei
OffenKundeninformation, Speicherung, Training mit Daten
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Was du deinem
KI-Anbieter fragst.

Wer KI-Dienste nutzt, gibt Texte, Kundenfragen oder Dokumente an einen Anbieter, der dieselben Rechner für viele Kunden betreibt. Die Trennung dieser Kunden ist eine Eigenschaft des Anbieters, du kannst sie nicht selbst prüfen. Du kannst aber fragen: Wie trennt ihr die Daten verschiedener Kunden auf gemeinsam genutzten Rechnern, wie lange liegen Anfragen im Zwischenspeicher, und gibt es Prüfungen auf Datenvermischung? Das sind Fragen an den Anbieter oder an den Dienstleister, der den KI-Dienst bei dir eingebaut hat.

Dazu gehören Fragen zum Ernstfall: Wann und wie wirst du bei einem Vorfall informiert? Gibt es dafür eine feste Frist im Vertrag? Welche deiner Daten lagen betroffen im System? Und wer meldet das an die Aufsicht, wenn Personendaten betroffen sind? Außerdem lohnt sich die einfachste Vorsorge: Gib sehr sensible Inhalte nur dann in einen KI-Dienst, wenn Vertrag und Trennung geklärt sind. Die Fragen sind unsere Einordnung und nicht Teil des Berichts.

ABER: Kein Anbieter ist frei von solchen Fehlern

Dass ein Fehler auftritt, sagt wenig, wie ein Anbieter damit umgeht, sagt mehr: schnelle Sperre, Behebung, öffentlicher Bericht. Bei Cloudflare steht das im Bericht, Informationen an Kunden nicht. Wir sind keine Rechtsberatung, kläre Meldepflichten bei Personendaten mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Berater.

Deine fünf Fragen

TrennungWie sind Kundendaten auf gemeinsamen Rechnern getrennt?
ZwischenspeicherWie lange liegen Anfragen dort?
InformationWann und wie wirst du bei Vorfällen informiert?
UmfangWelche deiner Daten lagen betroffen im System?
VertragFrist, Meldung an die Aufsicht, Haftung

Dein Check in 15 Minuten

Drei Minuten: Schreib auf, welche KI-Dienste in deinem Betrieb laufen, auch die, die dein Dienstleister eingebaut hat. Fünf Minuten: Suche zu jedem Dienst die Angaben zu Datentrennung, Speicherung und Vorfallmeldung in Vertrag und Hilfeseiten. Drei Minuten: Schick dem Anbieter oder Dienstleister die fünf Fragen per Mail und bitte um eine schriftliche Antwort. Zwei Minuten: Lege fest, welche Daten du nur nach geklärter Trennung in KI-Dienste gibst. Zwei Minuten: Trag einen Termin ein, an dem du die Antwort nachverfolgst.

Was ich
daraus mitnehme.

Ein KI-Dienst hat in 155 Antworten Daten anderer Kunden ausgegeben, und der Bericht dazu kam etwa sieben Wochen nach der Behebung. Der Fehler ist behoben, geblieben ist die Frage, wie die Trennung bei deinem Anbieter aussieht.

Für deinen Betrieb gilt: Frag nach Datentrennung, Zwischenspeicher und Informationsweg, und gib sehr sensible Inhalte nur bei geklärtem Vertrag in KI-Dienste.

Merken für die Praxis

Cloudflare berichtet am 26. Oktober 2026: Workers AI gab zwischen dem 27. August und 9. September in 155 Antworten Daten anderer Kunden aus, nur bei sehr langen Anfragen.
Ursache laut Cloudflare: zu kleiner Zwischenspeicher plus ein Fehler in der Software SGLang, Behebung am 9. September, keine Hinweise auf gezielte Ausnutzung.
Offen laut Bericht: Information der Kunden, Speicherung und Training mit Daten.
Für Betriebe: Anbieter zu Trennung, Zwischenspeicher und Vorfallinformation fragen, schriftlich.

Quellen: Cloudflare, „Cross-request KV cache exposure in the GLM-5.3 Workers AI model, and our remediation with SGLang“ (26. Oktober 2026). LMSYS Org, „SGLang security update: improving request isolation“ (26. Oktober 2026), gelesen am 28. Oktober 2026 und sinngemäß aus dem Englischen wiedergegeben. Alle Angaben sind Herstellerangaben, wir haben nichts geprüft. Die Fragen, der Check und die Hinweise zu Meldewegen sind unsere Einordnung und keine Rechtsberatung.

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