Angebot als PDF, drei Seiten zu viel, eine Zahl falsch, und der Preisnachlass soll raus, bevor es weitergeleitet wird. Bisher hieß das: Programm auf, Datei suchen, hin und her. Seit dem 24. September geht das im selben Fenster, in dem du ohnehin gerade arbeitest.
Adobe hat sein Plugin für Claude erweitert. Bisher steckten dort vor allem die kreativen Werkzeuge, jetzt sind die Acrobat-Funktionen dazugekommen, also genau das, was im Betrieb täglich anfällt. Gleichzeitig hat Adobe seine Kreativ-Apps in Google Gemini gebracht. Beides ist seit dem 24. September verfügbar.
Im Chat kannst du ein PDF jetzt ordnen, also Seiten löschen, mehrere Dateien zusammenführen oder ein Dokument aufteilen. Du kannst sensible Stellen schwärzen, bevor die Datei das Haus verlässt. Und du kannst umwandeln und exportieren, etwa in ein Format, das der Empfänger bearbeiten kann.
Wenn du mehr Kontrolle willst, öffnet sich ein interaktiver Editor: Seiten umsortieren, Text ändern, kommentieren und hervorheben. Dazu kommt eine Dokumentenprüfung, bei der das Modell die Datei durchgeht und seine Anmerkungen direkt im Editor hinterlässt, statt sie in den Chat zu schreiben.
Das Plugin umfasst nach Adobes Angaben inzwischen mehr als 80 Werkzeuge quer über Acrobat, Photoshop, Illustrator, Premiere, Lightroom, InDesign, Express und Adobe Stock.
Auf der anderen Seite stehen in Google Gemini jetzt Photoshop, Lightroom, Express und Firefly bereit, für alle Gemini-Pläne. Dort geht es um Bilder: Aufnahmen aufhellen und begradigen, ein Werbemittel bauen, ein Produktfoto freistellen, ein Motiv auf ein anderes Format bringen.
Nutzen kannst du das als Gast oder mit Adobe-Konto. Mit Konto gibt es laut Adobe höhere Nutzungsgrenzen, zusätzliche Werkzeuge und Kontinuität über die Sitzungen hinweg. Es läuft am Rechner, im Browser und am Telefon.
Die Dokumentenprüfung ist eine Vorsortierung, keine juristische Prüfung. Sie findet Widersprüche, fehlende Angaben und unklare Formulierungen, sie haftet aber für nichts. Bei Verträgen, Bürgschaften und allem, was Geld kostet, bleibt der Mensch zuständig. Wer das nicht trennt, spart zehn Minuten und riskiert zehntausend Euro.
Wo das im Alltag trägt: Das Schwärzen ist der unterschätzte Punkt. Wer Rechnungen an die Buchhaltung, Unterlagen an einen Gutachter oder Beispielfälle an einen Partner schickt, muss regelmäßig Namen, Kontonummern oder Preise entfernen. Bisher wurde dafür ein schwarzes Rechteck daraufgelegt, was den Text darunter nicht entfernt. Richtiges Schwärzen entfernt ihn.
Ebenfalls praktisch: viele Einzeldateien zu einem Dokument zusammenführen, aus einem 40-seitigen Sammel-PDF die fünf relevanten Seiten herauslösen, ein altes Angebot in ein bearbeitbares Format bringen, statt es neu zu tippen.
Die Bedingung steht im Kleingedruckten deines eigenen Verstands: Die Datei geht dafür aus deinem Haus. Sie wird hochgeladen und verarbeitet, bei Adobe und bei dem Chatdienst, in dem du arbeitest. Für ein Angebot über eine Heizungssanierung ist das in Ordnung. Für Personalakten, Krankmeldungen, Mandantenunterlagen und alles, wofür du eine Löschzusage brauchst, ist es das nicht, solange du die Bedingungen nicht geprüft hast.
Das ist genau dieselbe Frage wie bei Agenten, die in der Cloud laufen: nicht ob das Werkzeug gut ist, sondern welche Unterlagen es überhaupt sehen darf. Wer diese Trennung einmal aufgeschrieben hat, kann solche Neuerungen am selben Tag nutzen, statt jedes Mal neu zu diskutieren.
Bevor du ein weiteres Abo abschließt: Vieles davon kann dein vorhandenes Programm längst. Seiten löschen, zusammenführen und exportieren beherrscht jeder PDF-Betrachter, und schwärzen können die meisten Bürosuiten inzwischen auch. Der Gewinn hier ist nicht die Funktion, sondern der weggefallene Fensterwechsel mitten im Arbeiten. Das ist echt, aber es ist kein Grund, Geld neu auszugeben.
Nimm dir zehn Minuten und schreib zwei Spalten. Links die Unterlagen, die im Betrieb ständig herumgehen und niemanden schützen müssen: Angebote, Produktblätter, Preislisten, Anleitungen, eigene Texte. Rechts alles mit Personenbezug oder Schweigepflicht: Personalakten, Krankmeldungen, Kundenlisten, Mandantensachen. Das Blatt gilt für jedes KI-Werkzeug, das ihr jemals nutzt, nicht nur für dieses. Und es beendet die Diskussion, bevor sie jedes Mal neu anfängt.
Das ist kein Durchbruch, sondern das Verschwinden einer Reibung. Genau davon lebt der Arbeitsalltag aber: nicht von einer großen neuen Fähigkeit, sondern davon, dass zehn kleine Handgriffe am Tag wegfallen.
Spannend finde ich den Nebeneffekt: Adobe verteilt seine Werkzeuge inzwischen dorthin, wo die Leute ohnehin sitzen, also in die Chatfenster von Anthropic und Google. Wer heute noch glaubt, seine Kunden kämen schon in sein Programm, sollte sich fragen, ob die eigenen Leistungen dort auftauchen, wo gearbeitet wird.
Quelle: Adobe Blog vom 24.09.2026 (Acrobat-Werkzeuge im Plugin für Claude: Seiten löschen, zusammenführen und teilen, Schwärzen, Umwandeln und Exportieren, interaktiver Editor, Dokumentenprüfung mit Anmerkungen im Editor; Photoshop, Lightroom, Express und Firefly in Gemini). Angaben zu Nutzung als Gast oder mit Adobe-Konto, zur Verfügbarkeit auf allen Gemini-Plänen und zum Umfang von über 80 Werkzeugen nach 9to5Mac und Digital Trends. Die Hinweise zum Umgang mit Personendaten sind unsere Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung. Stand: 25.09.2026.
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