KI-Tools · 1. September 2026

Sieben Wochen Stille,
16.000 Pull Requests.

OpenClaw veröffentlicht mit Version 2.0 das größte Update seiner Geschichte — 933 Mitwirkende, über 16.000 Pull Requests, rund die Hälfte aller jemals gemergten Änderungen in einem einzigen Release. Der Faktencheck zum Open-Source-Agenten, der bewusst auf keinen einzelnen KI-Anbieter setzt.

Lesedauer4 Minuten
KategorieKI-Tools
Pull Requests16.000+
Stand1. September 2026
OPENCLAW 2.0: 933 MITWIRKENDE, ÜBER 16.000 PULL REQUESTS RUND DIE HÄLFTE ALLER JEMALS GEMERGTEN PRS IN EINEM RELEASE NEU: EIGENE ABOS/API-KEYS/LOKALE MODELLE STATT EINEM FESTEN ANBIETER AUCH NEU: GETEILTE CLOUD-SESSIONS FÜR TEAM-ARBEIT AM SELBEN AGENTEN OPENCLAW 2.0: 933 MITWIRKENDE, ÜBER 16.000 PULL REQUESTS RUND DIE HÄLFTE ALLER JEMALS GEMERGTEN PRS IN EINEM RELEASE NEU: EIGENE ABOS/API-KEYS/LOKALE MODELLE STATT EINEM FESTEN ANBIETER AUCH NEU: GETEILTE CLOUD-SESSIONS FÜR TEAM-ARBEIT AM SELBEN AGENTEN

Ein Release,
halb so groß wie alles davor.

Am 30. August hat das Open-Source-Projekt OpenClaw das größte Update seiner Geschichte veröffentlicht. Die schiere Größe allein wäre eine Randnotiz — interessant wird es, weil das Team selbst offen erklärt, warum es so lange gedauert hat und was am Ende dabei herauskam.

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Sieben Wochen
Funkstille.

Laut dem offiziellen OpenClaw-Blogpost von Entwickler Hannes Rudolph hatte das Projekt zuvor 106 Releases in 230 Tagen veröffentlicht — meist im Ein- bis Zwei-Tages-Rhythmus. Fast sieben Wochen ohne neuen Release war für OpenClaw absolut untypisch. Der Grund war nicht Stillstand, sondern das Gegenteil: Das Team wuchs, das Arbeitstempo überstieg sowohl die technische Grundlage als auch den bisherigen Release-Prozess, also wurden beide gleichzeitig überarbeitet.

Das Ergebnis: 933 Mitwirkende, davon 569 zum ersten Mal, und über 16.000 Pull Requests in einem einzigen Release — nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Pull Requests, die jemals in die Projekt-Historie eingeflossen sind. Statt schnell zu veröffentlichen und Nutzer mit einem Update zu konfrontieren, das bestehende Installationen zerbricht, nahm sich das Team bewusst die Extra-Zeit, es sowohl für Neueinsteiger als auch für bestehende Nutzer funktionsfähig zu machen.

Was OpenClaw eigentlich ist

OpenClaw ist ein Open-Source-KI-Agent, den Nutzer lokal oder in der Cloud betreiben — das Projekt nennt die eigene Agenten-Instanz eines Nutzers einen „Claw". Anders als bei einem geschlossenen Produkt eines einzelnen Anbieters gehört der Code der Community, die ihn mitbaut.

Das Release im Überblick

Veröffentlicht30.08.2026
Mitwirkende933 (569 zum ersten Mal)
Pull Requests16.000+
Anteil aller PRs je~50 %
Releases davor106 in 230 Tagen
2

Der eigene Agent,
nicht gemietet.

Bei der Ersteinrichtung startet OpenClaw 2.0 jetzt mit dem, was bereits auf dem eigenen Rechner vorhanden ist — bestehende ChatGPT- oder Claude-Abos, API-Keys oder lokale Modelle. Viel Konfiguration wurde gestrichen oder aus der Ersteinrichtung herausgenommen, den Rest erledigt man im Gespräch mit dem eigenen Agenten. Die Browser-App, über die die meisten Nutzer zum ersten Mal mit OpenClaw sprechen, wurde als vollwertige Oberfläche neu gebaut und öffnet direkt in ein laufendes Gespräch.

Neu sind außerdem geteilte Cloud-Sessions: Bislang gab es keine Möglichkeit, ein Teammitglied in laufende Arbeit einzubinden, ohne den Kontext zu verlieren, den der eigene Agent bereits kannte. Jetzt lässt sich live an derselben Session zusammenarbeiten oder sie mit vollständigem Kontext übergeben — laut dem Team inzwischen der Weg, wie das eigene OpenClaw-Team selbst an OpenClaw baut.

Die Positionierung dahinter

OpenClaw beschreibt sich ausdrücklich als Gegenentwurf zu Software, „die irgendwo anders entworfen wurde und die man akzeptieren muss": Man verkaufe nichts und bitte niemanden, einem einzelnen Unternehmen, Modell oder KI-Anbieter zu vertrauen — das Projekt sei Open Source und gehöre den Menschen, die es nutzen und mitbauen. Diese Multi-Provider-Haltung deckt sich mit einer Lehre, die wir hier schon am Beispiel Cursor und OpenAI beschrieben haben.

Die Neuerungen im Überblick

Ersteinrichtungnutzt vorhandene Abos/Keys
Browser-Appkomplett neu gebaut
Team-Featuregeteilte Cloud-Sessions
LizenzmodellOpen Source

Ein Agent, der zu den eigenen Abos passt — nicht umgekehrt.

Wer schon in ChatGPT, Claude oder ein lokales Modell investiert hat, muss dafür bei OpenClaw nichts aufgeben. Genau diese Offenheit gegenüber dem Anbieter ist der eigentliche Unterschied zu geschlossenen Agenten-Produkten.

Größe allein wäre
keine Geschichte.

16.000 Pull Requests sind eine beeindruckende Zahl, aber für sich genommen noch keine Geschichte — Softwareprojekte veröffentlichen ständig große Updates. Interessant wird es, weil OpenClaw offenlegt, warum es sieben Wochen gebraucht hat: nicht Verzögerung, sondern der bewusste Entschluss, ein Release, das die Hälfte der Projekt-Historie enthält, nicht auf Kosten bestehender Installationen durchzudrücken. Das ist eine Entscheidung, die man selten so offen kommuniziert bekommt.

Für die eigene Praxis bleibt vor allem die Multi-Provider-Haltung relevant: Ein Agent, der die eigenen bestehenden KI-Abos nutzt statt einen neuen zu verkaufen, und der als Open Source niemandem gehört außer der Community selbst, ist ein Gegenmodell zu Tools, die an einen einzelnen Anbieter gekoppelt sind — mit denselben Vorteilen, die wir bereits bei Cursors Umgang mit der OpenAI-Kündigung gesehen haben.

Merken für die Praxis

OpenClaw 2.0 (30.08.2026) ist das größte Release der Projekt-Geschichte: 933 Mitwirkende, über 16.000 Pull Requests, rund 50 % aller je gemergten PRs.
Die sieben Wochen ohne Release waren eine bewusste Entscheidung, keine Verzögerung — Stabilität für Neu- und Bestandsnutzer ging vor Tempo.
Neu: Ersteinrichtung mit vorhandenen ChatGPT-/Claude-Abos, API-Keys oder lokalen Modellen, neu gebaute Browser-App, geteilte Cloud-Sessions für Team-Arbeit.
OpenClaw bleibt bewusst Open Source und anbieterunabhängig — dieselbe Multi-Provider-Logik, die auch bei der OpenAI-Cursor-Kündigung den Unterschied machte.

Quelle: OpenClaw (offizieller Blogpost „OpenClaw 2.0, Accidentally", Hannes Rudolph, 30.08.2026). Stand: 01.09.2026.

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