Instagram ersetzt das optionale „AI creator"-Tag durch die Pflicht-Kennzeichnung „AI-generated profile" — wer eine KI-Persona nicht klar kennzeichnet, verliert Reichweite. Was die neue Regel für Marken mit eigenem KI-Gesicht wie Lara bedeutet.
Instagram zieht die Zügel bei KI-generierten Personas an. Was bisher ein optionales Badge war, wird jetzt zur Bedingung für Reichweite — und trifft damit genau die Art von Account, mit der auch AGREEMENT arbeitet: eine Marke mit einem eigenen, wiedererkennbaren KI-Gesicht.
Instagram verlangt jetzt von Profilen mit KI-generierten Personas die Kennzeichnung „AI-generated profile". Das bisherige „AI creator"-Tag war ein optionaler Catch-all-Hinweis für Profile mit KI-Content im Allgemeinen — die neue Kennzeichnung ist gezielter: Sie gilt speziell für Profile, die „eine KI-generierte Person" zeigen, laut der In-App-Beschreibung.
Der entscheidende Unterschied zum alten Tag: Accounts, die das Label nicht setzen, „werden bald Einschränkungen bei ihrer Reichweite sehen", so ein Instagram-Sprecher gegenüber Engadget. Wer sich zu Unrecht abgestraft fühlt, kann über das Account-Status-Dashboard Widerspruch einlegen.
Wichtig für die Einordnung: Instagram geht damit nicht gegen KI-generierten Content im Allgemeinen vor — Bilder, Videos oder Karussells mit KI-Anteil bleiben unberührt. Die neue Regel zielt spezifisch auf Profile, die eine Person vortäuschen, die es real gibt oder geben könnte, aber tatsächlich KI-generiert ist.
„Wir haben von unserer Community gehört, dass sie es nicht mag, auf ein Profil zu stoßen, das menschlich wirkt, nur um später herauszufinden, dass die gezeigte Person KI-generiert ist", so der Instagram-Sprecher. Der Hintergrund: Recherchen des Guardian deckten zuletzt eine Welle KI-generierter „Influencer" auf, die Apps und Marken bewerben, während die New York Times Hunderte KI-„Wellness"-Influencer fand — darunter Accounts, die sich als Ärzte ausgaben. Vieles davon verstößt nicht explizit gegen Metas Regeln, hat aber Sorgen über Fehlinformation befeuert.
Auffällig ist dabei, was Meta bewusst nicht macht: Ein flächendeckender Kurswechsel gegen KI-Content insgesamt bleibt aus — das Unternehmen ermutigt seine Nutzer selbst regelmäßig zu KI-generierten Inhalten. Die neue Regel ist gezielt auf Täuschung durch vorgetäuschte Menschlichkeit zugeschnitten, nicht auf KI-Ästhetik an sich.
Für Accounts, die von Anfang an offen mit einer KI-Persona arbeiten — wie Lara bei AGREEMENT — kehrt sich das Risiko um: Wer schon vorher transparent kennzeichnet, verliert nichts und gewinnt an Vertrauen gegenüber Wettbewerbern, die erst jetzt nachziehen müssen. Transparenz wird hier vom Nice-to-have zum Reichweiten-Faktor.
Für Marken mit eigener KI-Persona ist das keine neue Hürde, sondern eine Bestätigung: Wer von Anfang an offen zeigt, dass ein Gesicht KI-generiert ist, baut genau das Vertrauen auf, das die neue Regel erzwingen soll.
Die neue Instagram-Regel trifft am härtesten die Accounts, die bisher genau auf diese Täuschung gesetzt haben — ein KI-Gesicht, das wie ein echter Mensch wirken soll, ohne dass die Follower es wissen. Für AGREEMENT und für Lara ändert sich dadurch praktisch nichts: Sie war nie als reale Person ausgegeben, sondern von Anfang an klar als KI-Persona positioniert, konsistent über alle Kanäle hinweg. Genau das ist jetzt kein Nachteil mehr, sondern der Standard, den Instagram für alle anderen erzwingt.
Für jede Marke, die überlegt, mit einer eigenen KI-Persona zu arbeiten, ist die Lehre eindeutig: Kennzeichnung von Anfang an einplanen statt sie als Kompromiss zu behandeln, den man später nachreichen muss. Plattformen wie Instagram bewegen sich sichtbar in Richtung Pflicht-Transparenz — wer diesen Weg freiwillig vorher geht, verliert nichts und hat beim nächsten Regel-Update bereits die Hausaufgaben gemacht.
Quelle: Engadget, mit direktem Zitat eines Instagram-Sprechers. Stand: 01.09.2026.
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