Opus, Sonnet, Haiku — wer zum ersten Mal vor der Modellwahl steht, fühlt sich wie im Autohaus ohne Verkäufer. Ich mache es einfach: Was jedes Modell kann, was es kostet, und welches du wann nimmst. Ohne Fachchinesisch, mit klaren Empfehlungen.
„Claude" ist nicht ein Modell, sondern eine Familie. Drei Geschwister, die sich denselben Nachnamen teilen, aber völlig unterschiedlich ticken: das eine denkt am tiefsten, das andere am schnellsten, das dritte am günstigsten.
Die gute Nachricht für alle, die jetzt schon Schweißperlen auf der Stirn haben: Du musst dich nicht festlegen. In der Claude-Oberfläche wechselst du das Modell mit einem Klick — sogar mitten im Gespräch. Falsche Wahl gibt es also nicht, nur eine bessere.
Damit du diese bessere Wahl triffst, gehe ich die drei der Reihe nach durch — Stärken, Preise, Kontextfenster — und am Ende sage ich dir klipp und klar, welches du nehmen solltest.
Jedes Modell hat einen klaren Job. Hier die Steckbriefe — mit allen Zahlen, die wirklich zählen.



* API-Preis je 1 Mio. Token (Eingabe / Ausgabe). Im Browser unter claude.ai zahlst du nicht pro Token, sondern nutzt die Gratis-Stufe oder das Claude-Pro-Abo.
Damit beim nächsten KI-Gespräch niemand mehr nur nickt: die wichtigsten Vokabeln in einem Satz.
Kleine Text-Bausteine. Die KI liest und schreibt nicht in Wörtern, sondern in diesen Häppchen. Grobe Faustregel: rund 1.000 Token entsprechen etwa 750 Wörtern.
Das Kurzzeitgedächtnis des Modells. Es bestimmt, wie viel die KI gleichzeitig „im Kopf" behalten kann. 1 Million Token entspricht mehreren dicken Büchern auf einmal.
Der Regler für die Denktiefe. Hoch eingestellt denkt Opus gründlicher, dafür langsamer und teurer. Niedrig heißt: schneller und günstiger. Du entscheidest pro Aufgabe.
Noch in der Research-Preview von Claude Code. Claude plant eine große Aufgabe, startet hunderte Helfer parallel und prüft deren Ergebnisse unabhängig. Mehr dazu in meinem Opus-4.8-Beitrag.
Starte mit Sonnet und schalte erst auf Opus hoch, wenn eine Aufgabe wirklich an die Grenzen stößt. Spart Geld, spart Zeit — und in neun von zehn Fällen merkst du keinen Unterschied.
In meinem Alltag läuft fast alles über Sonnet — Content, Konzepte, Recherche, der ganz normale Wahnsinn. Es ist schnell genug, klug genug und kostet nicht die Welt.
Opus hole ich raus, wenn es ernst wird: vielschichtige Strategien, komplexe Automatisierungen, langer Code, der auf Anhieb sitzen muss. Und Haiku arbeitet im Hintergrund, wenn ich Dinge in großer Menge durchnudele — Klassifizieren, Taggen, Massen-Antworten.
Der eigentliche Trick ist nicht, das „beste" Modell zu finden — sondern das passende. Wer ständig mit dem Sportwagen zum Bäcker fährt, verbrennt nur Geld. Die richtige Modellwahl ist gelebte Effizienz.
Alle Modellnamen, Preise und Kontextfenster entsprechen dem Stand Mai 2026. Maßgeblich sind immer die offiziellen Angaben von Anthropic. Dieser Beitrag ist eine Einordnung für Einsteiger und ersetzt keine technische Dokumentation.
Ich baue KI-Workflows, die das richtige Modell an der richtigen Stelle einsetzen — schnell, günstig, ohne Verschwendung. Lass uns reden.